Stadt Willich: Wird Flughafen abgewickelt?
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 02.04.2009Stadt Willich (RPO). Beim Sonderparteitag der CDU in Willich war der Anlass schnell abgehandelt: Die Nachbesetzung des Wahlkreises 9070. Mehr Zeit nahmen sich die Christdemokraten für die Diskussion mit dem neuen Verkehrsminister.
Christiane Halangh ist neue Direktkandidatin der CDU Willich für den Wahlkreis 9070: Sie wurde in der Mitgliederversammlung zur Nachfolgerin Wolfgang Brochs gewählt, der seine Bewerbung um ein Ratsmandat zurückgegeben hatte.
Zu ihrem Stellvertreter wählte die CDU den 24-jährigen Waldemar Breckel. Außerdem wurde Halangh auf den durch Brochs Rückzug frei gewordenen Reservelistenplatz 24 gewählt.
Thema Regio-Bahn
Die Wahlen waren für die meisten der 38 Anwesenden im Wahlefeldsaal nicht das Wesentliche – sie waren gespannt, wie sich der neue Landesverkehrsminister Lutz Lienenkämper bei seinem ersten Auftritt in Willich präsentierte.
Die Kandidaten
Christiane Halangh wurde 1961 in Bad Reichenhall geboren, sie lebt seit 2002 in Willich und ist seither in der CDU. Sie ist Mitbegründerin der Deutsch-Türkischen Union, derzeit dort die stellvertretende Vorsitzende und Beisitzerin im Vorstand der Frauenunion. Waldemar Breckel ist 24 Jahre alt und Vorsitzender der CDA (Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft) in Willich.
Willichs Bürgermeister Josef Heyes gab ihm bei der Begrüßung direkt die Willich bewegenden Stichworte: die Verlängerung der Regio-Bahn und die Bestimmungen für die Mittelvergabe bei Bund-Länder-Förderprogrammen. Diese bedeuteten für Willich – auf Grund der Erfolge der Stadt im Bereich Wirtschaft – "eine Verzerrung" und führten dazu, dass Unternehmen in Nachbarstädte abwanderten, weil sie dort Fördergelder erhielten.
Lienenkämper betonte, dass er das Amt seines Vorgängers Oliver Wittke nicht in einer "feindlichen Übernahme" erhalten habe und es keinen Politikwechsel gebe. Er zeigte auf, dass die Landesregierung seit 2005 Straßenbauprojekte fördere, vorher seien die für NRW bestimmten Gelder nicht genutzt worden, "weil der Straßenbau aus ideologischen Gründen vernachlässigt wurde".
Zum Thema Regio-Bahn gab es wenig konkrete Aussagen. Lienenkämper versicherte, "dass wir im konstruktiven Gespräch bleiben", allerdings müsse das Projekt in die gesamte Verkehrsplanung integriert werden. Detlef Neuß, ein Vertreter des Fahrgastverbandes "pro Bahn", äußerte die Auffassung, dass sich die Regio-Bahn zu einem Erfolg entwickelt habe und eine Verlängerung erfolgreich sein werde. Für die Fahrgastverbände sicherte er Lienenkämper Unterstützung bei dem Projekt zu.
Beim Thema Bund-Länder-Förderung verwies Minister Lienenkämper darauf, dass die Förderkriterien bereits geändert seien und "die Idee gewinnen soll, nicht die Lage". Das habe zu viel Kreativität in Nordrhein-Westfalen geführt. Heinz Amfaldern sprach dann den bisher nicht erwähnten Verkehrslandeplatz Mönchengladbach an.
Lienenkämper betonte, "ich stehe zu dem Luftverkehrskonzept 2010". Darauf Bezug nehmend nahm ihn Ralf Hasso Sagner unverzüglich in die Pflicht: "Darin kommt keine Notwendigkeit für einen Ausbau vor. Ich behaupte, nach der Kommunalwahl wird der Flughafen abgewickelt." Frage des Tages
Die neuesten Nachrichten und Berichte aus Politik, Wirtschaft, Panorama, Sport,
Kultur, Gesellschaft, Wissenschaft, Multimedia, Auto,
Reise und Beruf - im Archiv auch gratis recherchierbar. Dazu die besten Bilder,
Live-Ticker, Kolumnen und Hintergrundberichte.



