Stadt Willich: Zittern vor Zentralabitur
VON GÜNTER VERSTAPPEN - zuletzt aktualisiert: 21.12.2006Stadt Willich (RPO). Heinrich Backes ist besorgt: Seine 13-jährige Tochter besucht das Lise-Meitner-Gymnasium in Anrath. Hier habe es zuletzt erhebliche Unterrichtsausfälle gegeben. Schulleiter Joachim Schöpke erklärt: Die Ausfälle bleiben im Rahmen.
„Schöpke tut alles“
Georg Peters aus Anrath ist Pflegschaftsvorsitzender der Klasse 7d des Lise-Meitner-Gymnasiums. Er ist selbst Lehrer und davon überzeugt, dass Schulleiter Joachim Schöpke und das Kollegium alles tun, um den Unterrichtsausfall so klein wie möglich zu halten. Den „Elternbrief“ hält er für eine nicht geeignete Form der Kritik. Es sei die Initiative eines Einzelnen gewesen. Der Brief sei den Kindern vorgedruckt mitgegeben worden. Gefehlt hätten nur Name und Unterschrift.
Heinrich Backes aus Schiefbahn arbeitet bei der Industrie- und Handelskammer in Mönchengladbach und hat mit Ausbildungsfragen zu tun. Er sieht die Anforderungen, die später das Zentralabitur an seine Tochter stellen wird und glaubt, dass schon die Unterrichtsausfälle in der siebten Klasse nachteilig sein können, weil jetzt die Grundlagen geschaffen werden, auf denen die Bildung weiter aufbaut. In der vergangenen Woche, so Backes, seien nur 24 Stunden unterrichtet worden; die gesetzliche Mindestzahl liege bei 29. Betroffen vom Unterrichtsausfall seien vor allem die naturwissenschaftlichen Fächer.
Auf das spätere Zentralabitur geht auch ein „Elternbrief“ zur Unterrichtssituation ein, in dem ein Teil der Eltern „die Rahmenbedingungen für diese Klasse mit großer Sorge“ betrachtet. Auch hier wird betont, das „jetzt die Grundlagen für Fachinhalte und Arbeitshaltung gelegt und gefördert werden müssen“.
Der Leiter des Gymnasiums, Joachim Schöpke, bestreitet nicht die im Elternbrief genannten 28 Stunden Unterricht pro Woche statt der gesetzlichen Mindeststundenzahl 29. Aber: „An der Schule fallen im Schuljahr nur 30 von 1300 Wochenstunden aus.“ Das sei wenig, betont Schöpke. Der Vorbereitung auf das Zentralabitur und die Abschlussprüfungen nach Klasse 10 messe die Schule auch große Bedeutung zu. Allerdings führe dies dazu, das der Ausgleich von Ausfällen in den Klassen 13 und 10 oberste Priorität habe. Zudem seien Deutsch, Englisch und Mathematik die Kernfächer, und hier sei die Schule mit Lehrkräften gut besetzt.
Schöpke räumt eine „gewisse Schieflage“ der Schule zu Ungunsten der naturwissenschaftlichen Fächer ein: „Als wir einstellen durften, gab es die Kräfte nicht, die wir brauchten.“ Chemie und Erdkunde würden in der Klasse 7d daher nur einmal pro Woche unterrichtet. Eine Geschichtsstunde sei hingegen bewusst an die Frei- und Projektarbeit abgeben worden. Um dieses besondere Angebot der Schule durchführen zu können, würden im Wechsel andere Fächer gekürzt. Es habe, so berichtet Schöpke, in der letzten Zeit Probleme durch viele kranke Lehrer gegeben. Ferner hätten Mutterschaftsurlaub und Elternzeit ausgeglichen werden müssen. „Doch insgesamt kann man nicht sagen, dass es starken Unterrichtsausfall gegeben hat.“
Zudem, so Schöpke, reichten kranke Lehrkräfte, sofern es ihnen möglich ist, die Aufgaben für die Klassen an die Vertretungslehrer weiter. In der Klasse 7d, erklärte der Schulleiter weiter, seien seit Anfang November acht Unterrichtsstunden ausgefallen, in 20 Stunden hätten Vertretungen unterrichtet, denn fünf Lehrer seien krank gewesen. Schöpke: „Wir tun aber alles, um den Unterrichtsausfall so klein wie möglich zu halten.“ Meinung
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