Willich: Zufriedene Schiefbahner
VON NADIA JOPPEN - zuletzt aktualisiert: 12.12.2007Willich (RPO). Die Stadt Willich und die Paschertz Grundstücks GmbH haben die Planungen für die neue Bebauung des „Schiefbahner Lochs“ vorgestellt. Die Entwürfe stießen auf Beifall bei den Zuhörern in der Kulturhalle.
Schiefbahn Es dauerte knapp 60 Minuten, um 20 Jahre Streit um das „Loch“, in dem einst das Hubertuszentrum entstehen sollte, zu einem zukunftsweisenden Ende zu bringen. Bei der Info-Veranstaltung zur geplanten Bebauung im Schiefbahner Ortskern stellte Stadtplaner Thomas Scholemann am Montagabend die formalen Aspekte vor.
Die Verwaltung bearbeitet den neuen Bebauungsplan für das Gebiet zwischen Hoch- und Hubertusstraße in einem „beschleunigten Verfahren“ – was allerdings nur formalrechtliche Konsequenzen hat. Die Bürgerbeteiligung bleibt gewährleistet: Bis zum 28. Dezember liegen die Pläne im Technischen Rathaus in Neersen am Rothweg aus, und die Bürger können dort Anregungen und Bedenken schriftlich und mündlich abgeben.
Christian Paschertz, Geschäftsführer der W. Paschertz Grundstücks GmbH, erläuterte das Konzept für das Areal: „Wir wollten weg von alten Ideen und Konzepten“ – denn die waren bekanntlich in Schiefbahn nicht beliebt und hatten sogar zu Prozessen geführt.
Ruhiges Gewerbe
Geschäfte In dem Areal wird es in zwei Gebäuden eine Möglichkeit für „ruhiges Gewerbe“ (Arzt oder Physiotherapie) geben, keine Einzelhandelsflächen. Die Technische Beigeordnete Martina Stall entgegnete auf eine Frage der SPD, dass es hier keinen Interessenten zum Beispiel aus der Lebensmittelbranche gebe, weil keine ebenerdigen Parkplätze möglich sind.
Zeitplan Nach Offenlegung und Bearbeitung der Anregungen wird der Bebauungsplan wohl im Sommer 2008 gültig, dann können die Planer und Fachingenieure ihre Arbeit beginnen. Christian Paschertz rechnet mit einem Baubeginn im Frühjahr 2009.
Statt eines Einkaufszentrums will Paschertz ein Wohngebiet bauen: Vorgesehen sind drei Gebäudekomplexe mit jeweils vier Stadthäusern, dazu weitere Gebäude mit insgesamt 16 Wohnungen, die barrierefrei und altengerecht sind, um älteren Menschen das gesellschaftlich gewünschte „urbane Leben“ zu ermöglichen. Gleich am Info-Abend gab es eine Interessentin für eine altengerechte Wohnung: Sie könne sich mit anderen Älteren eine Hausgemeinschaft vorstellen.
Die Gebäudekomplexe sind in eine Grünanlage mit Straßenzufahrten integriert, aber das Gelände soll vor allem autofrei sein: Die Straßen sind nur für kurzzeitigen Lieferverkehr, das Ausladen des Wasserkastens oder für Rettungsfahrzeuge gedacht – die Breite ist mit der Feuerwehr abgestimmt. Für die Eigentümer und Besucher wird eine Tiefgarage gebaut, die direkte Zugänge zu den Häusern haben wird. Die Zufahrt führt über den Parkplatz am Hubertusplatz.
Dazu gibt es im heutigen Mertenshof und auf Höhe der Bäckerei Kamps zwei Durchgänge zur Hochstraße. Gebaut werden bis zu drei Geschosse – das dritte als von der Fassade zurückspringendes Staffelgeschoss – mit Flachdächern und Dachgärten. Auch der Name für das ganze Gebiet ist neu: Es soll „Gingko Parque“ heißen. Da in Schiefbahn und anderen Ortsteilen bereits viele Gingko-Bäume von der Stadt gepflanzt wurden, werden sie das Kernthema in den Grünanlagen sein, kündigte Paschertz an.
Nach der Vorstellung lobten die Besucher das Konzept. Auch Arno Friesen fand die neue Nutzung „genau richtig“ und lobte, dass sich der Investor im Vorfeld mit den Gegnern der früheren Baukonzepte verständigt hatte. Er spreche auch für weitere Bürger, die sich zu den Protesten formiert hatten, erklärte er auf Nachfrage eines Vertreters der Politik.
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