Stadt Willich: Zweite Gesamtschule ist Elternwille
VON ANDREAS CÜPPERS - zuletzt aktualisiert: 18.11.2011Stadt Willich (RP). Die in der Stadt Willich geplante Einführung einer zweiten Gesamtschule entspricht dem Willen eines Großteils der Eltern. Die FDP kommt nach einer Umfrage zu diesem Ergebnis. Und die Elterninitiative hat binnen kürzester Zeit mehr als 1000 Unterschriften gesammelt.
Die Elterninitiative "Gesamtschule 2 für Willich 2012" ist erst wenige Wochen alt, kann sich aber über reichlich Unterstützung freuen. An den neun Willicher Grundschulen haben die Vertreter der Schulpflegschaften in den vergangen Tagen Unterschriften für die Errichtung einer zweiten Gesamtschule zum kommenden Schuljahr gesammelt. "Wir haben schon jetzt mehr als 1000 Unterschriften zusammen, obwohl die Aktion noch nicht ganz abgeschlossen ist", sagt Angela Wenders von der Elterninitiative.
Am kommenden Montag, 21. November (17.30 Uhr im Schlosskeller), sollen die Unterschriften in der Sondersitzung an den Schulausschuss übergeben werden. Die Eltern wollen damit dokumentieren, dass die Errichtung einer zweiten Gesamtschule bereits zum kommenden Schuljahr zu einem Großteil dem Elternwillen entspricht.
RP lädt zum Gespräch
Mobile Redaktion Zur Zukunft der Schullandschaft in der Stadt Willich lädt die Rheinische Post heute mit ihrer "Mobilen Redaktion" zum Gespräch vor Ort ein – bei Kaffee und Gebäck.
Ort Wochenmarkt Wekeln, Parkplatz Bonnenring zwischen Jadeweg und Hülsdonkstraße.
Zeit Heute von 14 bis 16 Uhr.
Verhaltener Optimismus
Die Kehrtwende der Willicher CDU, die sich nun doch ebenfalls für eine zweite Gesamtschule zum kommenden Schuljahr einsetzen möchte (RP berichtete), habe viele Mitglieder der Initiative freudig überrascht. "Aus der anfänglichen Skepsis, die uns entgegen gebracht wurde, ist jetzt verhaltener Optimismus geworden", sagt Frank Faßbender. "Wir sind noch nicht im Ziel, diesem aber sehr nahe."
Dass eine zweite Gesamtschule größtenteils dem Elternwillen entspricht, sieht auch die FDP so. Die Liberalen hatten auf ihrer Internetseite eine Umfrage zum Thema angeboten und zugleich das Stimmungsbild an den neun Willicher Grundschulen abgefragt. 465 Stimmen habe man ausgewertet, sagt Ratsherr Ralf Klein, der für die Umfrage verantwortlich war. "86 Prozent aller Befragten sind dabei für eine zweite Gesamtschule." Das habe die FDP in ihrer Einschätzung bestätigt. "Die Eltern wollen einen klaren Weg für ihre Kinder und keine Wechsel", sagt Hans Gerd Segerath, stellvertretender Fraktionschef der FDP im Kreistag und langjähriger Hauptschulleiter.
Der Fraktionschef der FDP im Rat, Franz-Josef Stapel, sagt, dass laut Bezirksregierung weder ein pädagogisches noch ein detailliertes Raumkonzept zwingend vor Errichtung der Gesamtschule vorliegen müsse. Zudem sei zugesichert worden, dass alle Kinder, die derzeit die dann auslaufende Johannesschule oder Willi-Graf-Realschule besuchen, dort auch ihren Abschluss machen können. "Wir sollten jetzt schnell zu einem Beschluss kommen, so dass der Verwaltung genügend Zeit für die nun bevorstehende Arbeit bleibt", so Stapel.
SPD-Vorstand für Gesamtschule
Die Willicher SPD wird bei ihrer Mitgliederversammlung am kommenden Mittwoch, 23. November, über einen Antrag des Parteivorstandes zur Einrichtung einer zweiten Gesamtschule diskutieren und befinden. Der Vorsitzende der SPD, Jürgen Hansen, sieht nach mehreren Gesprächen mit den Jusos, die sich für eine Sekundarschule stark gemacht hatten, und einem Ergänzungsantrag zur Kooperationsverpflichtung zur Oberstufenproblematik zwischen den Gesamtschulen die Einmütigkeit der Sozialdemokraten als gesichert.
Die Vertreter der Elterninitiative werden die entscheidenden Sitzungen des Schulausschusses und des Rates in der kommenden Woche aufmerksam verfolgen. "Wenn der Beschluss erfolgt, können wir aufatmen", sagt Angela Wenders. "Das wäre unser schönstes Weihnachtsgeschenk."
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