Duisburg (RP) Keine guten Nachrichten von der Messstation an der Kardinal-Galen-Straße: Voriges Jahr wurden sowohl der zulässige Grenzwert für Feinstaub als auch das zukünftige Limit für Stickstoffdioxid mehrfach überschritten.
Die Schilder für die Umweltzone – wie hier in Köln-Mülheim – werden schon bald auch in Duisburg aufgestellt. RP-Foto: Archiv
Die Gründe für die wiederholten Grenzüberschreitungen sind vielfältig: Da ist die nach wie vor hohe Verkehrsmenge, wie aus einer Mitteilungsvorlage der Stadtverwaltung hervorgeht. Da sind aber auch größere Baumaßnahmen im näheren Umfeld wie etwa an CityPalais, Forum, Opernplatz oder der A59. Nach Angaben des Landesamtes für Natur und Umwelt wurden aber auch an anderen Hauptverkehrswegen in der City zu hohe Werte gemessen. Um dagegen anzugehen, schlägt die Stadt eine Reihe von Maßnahmen vor:
Verkehrliche Maßnahmen Eine neue Verkehrskonzeption, basierend auf dem Masterplan von Foster, sieht zwei Ringverteiler im Innenstadtbereich vor. Sie sollen den Ziel- und Quellverkehr der Wohnquartiere aufnehmen und zu den Autobahnknoten Zentrum, Duissern und Kaßlerfeld weiterleiten. Auch eine andere Verkehrslenkung, besonders in der Altstadt, soll dazu beitragen, den Durchgangsverkehr in der City deutlich einzuschränken.
Weiter erwartet sich die Stadt von dem neuen dynamischen Parkleitsystem, das wie berichtet Mitte September fertiggestellt sein soll, eine Entlastung. Autofahrer sollen schneller einen Parkplatz finden, was zu weniger Staus und Abgasen führt. Die Stadt sieht zudem vor, die Preise auf ihren Parkplätzen zu erhöhen, damit Autofahrer direkt die Parkhäuser ansteuern.
Laut Masterplan sollen zudem zentrale Fahrradachsen in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung entstehen, um mehr Menschen dazu zu bringen, auf den Drahtesel umzusteigen. Die Stadt will sich auch um eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Fahrradfreundlicher Städte NRW bemühen.
Info
Sache der Polizei
Die Stadtmitte gehört zur Umweltzone, Rheinhausen nicht. Zur Einführung der Umweltzone werden aber keine Kräfte des Ordnungsamtes am Ende der Brücke der Solidarität stehen und kontrollieren, ob alle Fahrzeuge auch die vorgeschriebene Plakette haben. „Das ist Überwachung des fließenden Verkehrs. Dafür ist die Polizei zuständig“, erklärte Umweltdezernent Dr. Peter Greulich.
Technische Maßnahmen Die Stadt und ihre Töchter rüsten ihre Fahrzeuge schrittweise auf abgasarme Antriebsarten um; bei Neuanschaffungen werde gleich darauf geachtet, heißt es in der Vorlage.
Weiter soll bei der Straßenreinigung in der City probeweise Calcium-Magnesium-Acetat (CMA) getestet werden. Dies wird mit Bewässerungsdüsen auf die Straße gebracht und bindet den sedimentierten Feinstaub, der dann mit dem Regen in die Kanalisation geht. CMA ist den Angaben zufolge für die Gesundheit unbedenklich und für die Umwelt neutral und wurde in Österreich und Schweden bereits erfolgreich eingesetzt.
Maßnahmen der Grünplanung Der Masterplan sieht vor, deutlich mehr Grün in die Stadt zu bringen, vor allem an Hauptbahnhof, Königstraße sowie in der Altstadt und im Innenhafen.
Die Kardinal-Galen-Straße in der Stadtmitte gehört zu den neuralgischen Punkten bei der Feinstaub-Belastung. Der Mess-Container stellte auch hier in der Vergangenheit Überschreitungen der zulässigen Grenzwerte vor. RP-Archivfoto: Andreas Probst
Duisburg beteiligt sich seit Herbst 2007 an dem Euregio-Projekt „Feinstaub und Grün“: In einem ersten Schritt wurde der gepflasterte Mittelstreifen auf dem Straßenzug Poststraße, Oberstraße, Stapeltor und Kardinal-Galen-Straße entsiegelt und bepflanzt. Außerdem soll die Kampagne „Duisburg. Schön grün“ Bürger dazu animieren, mehr Pflanzen in die Stadt zu bringen, ob in Balkonkästen, an Fassaden oder auf Fensterbänken.
Schließlich soll der Baubestand an den Straßen im gesamten Stadtgebiet erweitert werden.
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Quelle: RP