(RP) 1927 bin ich als Fünfjähriger mit meinen Eltern in den Amateur-Schwimmclub eingetreten. Der Verein war damals noch an der Regattabahn in einer Baracke untergebracht. Später wurde ein Clubhaus am Barbarasee gebaut. Damals herrschte große Arbeitslosigkeit, und so wurden die Bademeister jeweils aus den Reihen der guten Sportler rekrutiert. Sie bekamen im Sommer freie Logie, Essen und Trinken und schliefen im Umkleideraum im Liegestuhl.
Ein Baum zum Balancieren
Der Erste hieß Lützenkirchen, ich sehe ihn noch vor mir. Seit dem 1. Mai 1933 hatten wir eine 100-Meter-Bahn, die bis an die Kruppstraße ging. Wir haben da immer viel Spaß gehabt beim Spielen. Ich erinnere mich sehr genau, dass der Bademeister Rosenkranz mich einmal vor dem Ertrinken gerettet hat.
Viel Spaß machte auch ein glatt geschälter Baum, der an einer Birke in den Barbarasee gelegt worden war. Er eignete sich ausgezeichnet zum Balancieren. Bei uns wurde seinerzeit nicht nur geschwommen, sondern es wurde nach dem Krieg auch oft Ringtennis gespielt, was damals sehr beliebt war. Oft gab es Gerangel um die fünf Ringtennisplätze. Es wurden Meisterschaften ausgetragen und gegen andere Vereine gespielt.
An Opa Bischen Anglersteg oder am Sprungturm spielten wir unter anderem Fangen. Berührt und damit "gefangen genommen" werden durfte nur unter Wasser, wobei es auch zu den berühmten Schlammschlachten kam. Der Schlamm lagerte am Seeboden, war schwarz, übel riechend und sehr schwer abwaschbar.
Quelle: RP