(RP) Ivo Grlic ist seit Wochen der unumstrittene Führungsspieler bei den Zebras. In Paderborn erzielte er den vierten Treffer im dritten Spiel. Geht der MSV durch die Bundesliga-Tür, geht der Kunstschütze mit.
Riesenjubel nach dem weiteren Freistoßkracher in Paderborn: Ivo Grlic reitet auf einer Erfolgswelle. Foto: AP
Er ist der überragende Mann des Augenblicks. Ivo Grlic. „Absoluter Führungsspieler“, attestiert Rudi Bommer seinem Mittelfeldmotor mit der Nummer 20 auf dem Rücken. „Brutal gesteigert“ habe sich der Ivo nach durchwachsener Hinrunde mit etlichen Verletzungen. Sein Markenzeichen aktuell: Freistoßtore. Jeder Schuss ein Treffer. Ivo Grlic nimmt einfach nur Maß und haut den Ball ins gegnerische Netz.
Ärmel hochgekrempelt
In Paderborn erzielte er das vierte Tor im dritten Spiel in Folge. Mit dem ruhenden Ball bringt Grlic die Fans in jubelnde Bewegung. Gegen Paderborn setzte sein Freistoß zum 2:0 wegweisende Zeichen. Der Mann mit dem etwas längeren Haar entwickelt sich zum Charakterkopf im Team von Rudi Bommer. Auf der Zielgeraden hat der Kicker aus Bosnien-Herzegowina die Ärmel hoch gekrempelt. Es könnte keinen besseren Zeitpunkt geben. Die Zebras sind bereit für das Endspiel am Sonntag gegen Essen. Ein Sieg muss her. Das sollte doch gelingen können. Wenn man einen Ivo Grlic hat, für den Freistoßtore Standard sind.
Er sagt: „Dass momentan jeder Schuss drin ist, ist sicher auch etwas glücklich, aber wir üben auch regelmäßig.“ Rudi Bommer fügt an: „Beide, Ivo und der Mok, trainieren am laufenden Band Freistöße, das macht sich bezahlt.“ Noch am Samstag hatte Grlic den direkt verwandelten Ball probiert. An der aufgestellten „Mauer“ vorbei, wie in Paderborn. Bommer, früher selbst Freistoß-Könner gewesen, gibt die Anweisungen. Der Trainer selbst kann es immer noch vormachen. Bestens sogar.
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„Aufstieg“ verboten
Keine besonderen Arbeitsbedingungen für die Zebras in dieser Woche. Gestern war frei, morgen geht’s weiter in Richtung „Endspiel“. Rudi Bommer versammelte die Seinen gestern um sich und sprach ein „Verbot“ aus. Das Wort „Aufstieg“ hat bis Sonntag keiner in den Mund zu nehmen.
Den ersten Lohn für seine Mühe erntete Grlic bereits vor dem Anpfiff im Ostwestfälischen. Rudi Bommer hatte ihn zum Kapitän gemacht. „Weil er der Mannschaft ganz deutlich die Richtung weist“, so das Argument. Was einleuchtet. Der Mann mit der Binde, Björn Schlicke, fehlte nach seiner fünften Gelben Karte im Köln-Spiel. Grlic vertrat in bravourös. Als echter Führungsspieler sagte Ivo Grlic nach dem Kick: „Heute haben alle Gras gefressen. Jeder war für den anderen da.“ Er war da auch ein Vorbild. Bis zur 78. Minute. Dann wechselte ihn Bommer gegen Adam Bodzek aus: „Eine Vorsichtsmaßnahme.“ Grlic stand bei bei vier gelben Karten...
Die richtige Einstimmung hatte der Übergangschef bereits nach dem bösen 1:3 gegen Köln gegeben und seine Kameraden auf einen heißen Kampf eingeschworen. Dass den Worten Taten folgten, der Kapitän für einen Spieltag hat dazu erheblich beigetragen. Das spielt dem MSV in die Karten, aber auch dem Mittelfeldmann selbst. Vor Wochen bereits hatte Ivo Grlic laut nachgefragt, wann mit ihm über seine Zukunft beim MSV gesprochen wird. Da hatte man sogar Zweifel, ob eine solche Verhandlung überhaupt Sinn macht. Inzwischen ist das geklärt.
Die Gespräche lohnen doch sehr. Rudi Bommer: „Wir können mit dem Ivo doch gar nichts verkehrt machen.“ Der Freistoß-Experte gibt sich gelassen. „Erstmal wollen wir das Ziel erreichen, alles andere ist jetzt kein Thema.“ Sicher scheint: Geht der MSV am kommenden Sonntag durch die Bundesliga-Tür, dann geht der Kunstschütze mit.
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Quelle: RP