MSV Duisburg: Viel Arbeit bis zum Fürth-Spiel
VON BERND BEMMANN - zuletzt aktualisiert: 16.11.2009(RP) Der MSV am Scheideweg. Eine knappe Woche der weiteren Vorbereitung bleibt dem neuen Trainer Milan Sasic noch bis zum schweren Auswärtsspiel in Fürth am kommenden Sonntag, um das Team auf seine Philosophie einzuschwören.
Die sieht große Laufbereitschaft vor, den unbedingten Willen zum Erfolg, die Bereitschaft und Verantwortung, die Initiative zu ergreifen, und nicht wie gegen Rot-Weiß Ahlen nur zu reagieren. Leidenschaft lebt der Trainer vor, der voller Engagement bei der Arbeit ist.
Den Hebel erfolgreich umzulegen, das dürfte nicht einfach sein. Nach dem Ende des Trainingslagers in Bad Kreuznach zog der 51-Jährige ein Fazit der Zufriedenheit. Allerdings fehlten mit Bernd Korzynietz, Sören Larsen (beide Muskalfaserrisse), Chavdar Yankov (Länderspiele) und Mihai Tararache (Knie-Reha) wichtige Spieler von Anfang an, außerdem waren Änis Ben Hatira (Wade), Adam Bodzek und Christian Tiffert (Sprunggelenke) angeschlagen.
Eine "kleine Gruppe" mit dem "Störfaktor" der verletzt fehlende Kicker – konnte da sinnvoll gearbeitet werden? Sasic: "Ich habe trotzdem einen guten Eindruck gewonnen. Wir haben Fehler aus dem Ahlener Spiel analysiert, viel diskutiert, taktische Dinge besprochen, vor allem habe ich mich über die Bereitschaft der Spieler gefreut, voll mitzuziehen. Das lässt mich einigermaßen zuversichtlich in die nahe Zukunft blicken."
Der zeitliche "Schnellfaktor" könne sich nicht von heute auf morgen einstellen, schließlich werden die gefährlichen Stürmer wie Sören Larsen und Sandro Wagner fehlen, außerdem gibt es derzeit manche personelle Fragezeichen darüber hinaus. Christian Tifferts Rückkehr aus dem Trainingslager am vergangenen Freitag vollzog sich freilich eher aus Gründen der Vorsicht.
"Das beruhigt sich bei ihm wieder", glaubt der Kroate. Bei Adam Bodzek, Mihai Tararache, Bernd Korzynietz und Ben Hatira muss die Zeit helfen. Um Bodzek macht sich Sasic große Sorgen, "weil eine Verletzung am Sprunggelenk dauern kann". Der "Sechser" konnte nicht mittrainieren.
Das 2:2 in letzter Sekunde gegen Ahlen hatte die Stimmung der Mannschaft beim Einstand des neuen Trainers nur kurz verhagelt, sie besserte sich in den Tagen von Bad Kreuznach zusehends. "Klar waren wir alle enttäuscht, dass es gegen den Tabellenletzten nicht zum Sieg gereicht hat, aber das ist jetzt Vergangenheit, wir müssen nach vorne blicken." Der Countdown läuft.
Gestern und heute haben die Spieler trainingsfrei. Sie schnaufen daheim von anstrengenden Trainingseinheiten durch, bevor es ab morgen in Richtung Fürth geht. Einer machte sich gestern auf den Weg nach Hannover, um an der Trauerfeier für Robert Enke teilzunehmen.
Immerhin hatte er mit dem verstorbenen Torwart jahrelang zusammen gespielt: Für Frank Fahrenhorst war es eine selbstverständliche Ehrensache, beim Abschied von Robert Enke dabei zu sein. Die Reise ins Niedersächsische hatte auch Geschäftsführer Björn Bremer als Vereinsvertreter angetreten, und hernach meinte er: "Ich bin froh, dass ich dabei war. Es war eine tröstliche und gute Trauerfeier."
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