Kleve (RP) 2005 machten die letzten Mitarbeiter bei der Elefanten GmbH das Licht aus. Jens Speh (38) war bis September 2004 in der EDV-Abteilung beschäftigt, bevor er freigestellt wurde. Mit dem Diplom-Informatiker unterhielt sich RP-Redakteur Peter Janssen.
Ihre Karriere an der Hoffmannallee wurde abrupt beendet?
Jens Speh Es war ein Dienstag im Juni 2004. Auf einer Betriebsversammlung in der Lagerhalle wurde das Aus verkündet. Ich bin zurück in die EDV-Abteilung gegangen und unser Chef hat gesagt: „Wer will, der kann nach Hause gehen.“ In den Tagen danach haben wir fast nur nach neuen Arbeitsplätzen geguckt und Bewerbungen geschrieben.
Wie lange waren Sie bei Elefanten?
Speh Neun Jahre. Zunächst im Bereich der Materialwirtschaft, später in der EDV-Abteilung. Als ich 1995 nach dem Studium bei Elefanten anfing, hatte das Unternehmen 450 Mitarbeiter und eine eigene Produktion in Kleve. Zuletzt waren es nur noch etwa 200. Die Stimmung in der Belegschaft schwankte. Manchmal war sie mies, als etwa Clarks 2001 einstieg und investierte, wurde sie besser.
Wie beurteilen Sie Ihre berufliche Entwicklung nach der Schließung?
Speh Als ausgesprochen positiv. Ich habe mich als Seiteneinsteiger fürs Lehramt beworben. Ich unterrichte jetzt Mathematik und Informatik an der Emmericher Realschule.
Waren Ihre ehemaligen Kollegen ebenfalls so erfolgreich?
Speh Wenn ich die betrachte, die in den Büros neben mir saßen, so haben zahlreiche von denen neue und gute Jobs bekommen. Es gab auch welche, denen die Schließung zumindest nicht ungelegen kam.
Wieso?
Speh Ich weiß von zwei Fällen, die knapp 40 Jahre bei Hoffmann gearbeitet hatten und Ende 50 waren. Die haben etwa 100 000 Euro Abfindung bekommen, waren 3,5 Jahre arbeitslos und sind dann in den Vorruhestand gegangen. Doch gibt’s auch genügend Kollegen, für die das Aus ein harter Schlag war.
Quelle: RP