Moers (RP) In der Reihe "Go Music", zu der der bekannte Bassist Martin Engelien einmal im Monat in die Moerser Kulturkneipe "Die Röhre" einlädt, war dieses Mal die Hamburger Sängerin Jutta Weinhold zu Gast.
Die Hamburger Sängerin Jutta Weinhold rockte mit Martin Engelien in der Röhre. Die "Go Music"-Reihe ist inzwischen ein Geheimtipp für Musikfans. RP-Foto: Klaus Dieker
"Go Music", das ist, wenn der bekannte Bassgitarrist Martin Engelien jeden Monat drei andere erstklassige Musiker um sich schart, um dann mit ihnen an elf verschiedenen Tagen durch elf verschiedene Kneipen zu ziehen. Eine dieser Kneipen ist seit September letzten Jahres die Moerser Szenekneipe "Die Röhre", deren jeweils an jedem ersten Freitag des Monats dort stattfindenden "Go Music"- Konzerte inzwischen zu einem echten musikalischen Geheimtipp geworden sind. So war auch das Februarkonzert wieder gut besucht. Diesmal hatte Martin Engelien neben der Hamburger Sängerin Jutta Weinhold den aus Dresden stammenden und derzeit in Heidelberg lebenden Gitarristen Jörg Dudys und den Mannheimer Drummer Moritz Müller mitgebracht, alle drei hochkarätige Vollblutmusiker, die bereits in vielen bekannten Musikproduktionen mitgewirkt haben.
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Das nächste Konzert
Das nächste "Go Music"- Konzert in der "Röhre" findet am Freitag, 5. März, um 20.30 Uhr, statt. Dann bringt Martin Engelien den Gitarristen Schrader, den Drummer Bene Neuner und den Sänger Chris Kramer mit. Der Eintritt beträgt zehn Euro. Weitere Infos dazu gibt es auf der Website
www.dieroehre.de
Die Röhre in der Röhre
Entsprechend routiniert funktionierte die musikalische Zusammenarbeit des Quartetts. Gemeinsam boten sie an diesem Abend von Bob Dylans "Like a rolling stone" bis "I'm waiting for the man" von Velvet Underground eine furiose Mischung aus 50 Jahren Rockgeschichte, dazu diverse Stücke von Jutta Weinholds Hardrock-CDs "From heaven through the world to hell" und "Below the Line". Obwohl auch die drei anderen Bandmitglieder immer wieder mit zwischenzeitlich eingestreuten Solis ihre beeindruckende instrumentale Virtuosität bewiesen, war Jutta Weinhold doch eindeutig der Star dieses Abends. Klein und schlank, mit hüftlangen schwarzen Haaren und der Aufschrift "Make love not war" auf ihrem T-Shirt erschien sie wie eine leibhaftige Auferstehung aus den wilden 70er Rock-Jahren. Auch wie sie zu den Solis ihrer Kollegen die Haare fliegen ließ oder heftig auf der Luftgitarre spielend über die Bühne wirbelte, erinnerte sie an jene heiße musikalische Zeit. Tatsächlich hatte Jutta Weinhold ihren ersten Bühnenauftritt bereits vor 40 Jahren, sang dann in den beiden Hippie-Musicals "Hair" und "Jesus Christ Superstar" und war mit ihrer Band unter anderem bei den frühen Konzerten von Udo Lindenberg dabei. "Ich bin ja wirklich schon ein Rock-Pionier, ein Musiker der ersten Stunde. Das wollte ich immer werden", erklärte sie dem Publikum zwischendurch. "Ich denke, das heute kriegen wir auch hin, in der Röhre mit der Röhre röhren."
Sprach's und legte sogleich wieder so temperamentvoll am Mikrofon los, dass nicht nur den Leuten vor den Lautsprechern die Ohren wegflogen.
Quelle: RP