Hamminkeln: Wertvolles Buchpaket

VON JÖRN LOTZE - zuletzt aktualisiert: 05.06.2007

Hamminkeln (RP) Die Planungen für eine neue Stadtbücherei in den Räumen der Realschule werden konkret. Gestern inspizierten die Spitzen von Rat und Verwaltung die Räume. Bis Ende des Jahres soll das endgültige Konzept stehen.

Es ist schon ein wenig muffig in der Stadtbücherei im alten Rathaus. Ein Besuch ist wie eine kleine Zeitreise: ein Karteikartensystem statt Scanner und Computer. Die Bücher lagern in klapprigen Holzregalen, der Teppichboden ist braun-weiß. Das war mal modern. Seitdem die langjährige Bibilothekarin nicht mehr da ist, öffnet die Bücherei nur noch sporadisch. Bald wird sie endgültig geschlossen. Eine neue, viel größere soll es geben, da sind sich Fraktionschefs und die Verwaltung einig. Jetzt nimmt der Plan Konturen an. Im Keller der Heinrich-Meyers-Realschule soll eine große Schulbibliothek entstehen, die auch allen Bürger offen stehen soll.

Gestern besichtigten Bürgermeister Holger Schlierf, Kämmerin Maria Krischka und Helma Kampen vom Bauamt in Begleitung der Fraktionsspitzen die alte Bücherei und die Räumlichkeiten für die neue. „Alle sollen sich ein genaues Bild machen“, so Schlierf.

Das 250 000-Euro-Projekt



Schließlich naht ein finanzieller Kraftakt. Das Projekt könnte laut Verwaltung bis zu 250 000 Euro kosten. Wenn möglich, soll alles ohne Kredite finanziert werden, sagte Finanzchefin Kischka. Auch mit möglichen privaten Geldgebern sei gesprochen worden, so Schlierf. „Aber einen Großsponsor sehe ich noch nicht.“ Um die laufenden Kosten möglichst gering zu halten, erwägt die Verwaltung zudem den Betrieb komplett ehrenamtlich laufen zu lassen. Es gebe bereits Freiwillge, so Schlierf. Ende des Jahres wird die Verwaltung dem Rat ein Konzept vorlegen. Schon 2008 könnten der Ausbau in der Realschule über die Bühne gehen.

Bereits beim Bau des Schulzentrums vor über zehn Jahren, sei im Keller Platz für eine mögliche Bibliothek geschaffen worden. 350 Quadratmeter bietet der Raum. Geplant ist ein Teil für ein Veranstaltungszimmer abzutrennen. An den Fenstern sollen Lesetische stehen. Es soll eine „Profil-Bücherei“ werden, kündigt Schlierf an. „Wir werden eben nicht alle mit allem bedienen können.“ Der Schwerpunkt werde auf Angebote für Familien und Senioren liegen sowie auf Lernmaterialien für Schüler. Das empfiehlt auch eine Expertise der staatlichen Büchereistelle bei der Bezirksregierung. Rund 20 000 Medien für rund 125 000 Euro müssten angeschafft werden. Auf den Bestand der alten Bücherei werde man nicht zurückgreifen, soSchlierf. Die Inventarisierung wäre teurer als eine Neuanschaffung. „Die alten Bücher werden wir für einen guten Zweck abgeben.“

Quelle: RP

 
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