Wesel (RP) Mit viel Herzblut kümmert sich Hannelore Franke (76) um die Bibliothek der Quadenweg-Grundschule.
Für ihr ehrenamtliches Engagement wurde sie kürzlich von Schulministerin Sommer ausgezeichnet.
Hannelore Frank, pensionierte Lehrerin an der Schepersfelder Grundschule, hat vor 13 Jahren die Schulbücherei aufgebaut. "Es liegt mir am Herzen, den Kindern hier einen Zugang zum Lesen zu schaffen", sagt die 76-Jährige. RP-Foto: Malz
Seit 13 Jahren hegt und pflegt Hannelore Franke die Bücherei der Gemeinschaftsgrundschule Am Quadenweg in Schepersfeld. Über Jahrzehnte unterrichtete sie selber am Schepersweg. Nach ihrer Pensionierung bot sie dem Kollegium an, eine Schulbibliothek aufzubauen und zu betreuen.
"Es liegt mir wirklich am Herzen, den Kindern hier einen Zugang zum Lesen zu schaffen", erklärt die vitale 76-Jährige. Am Anfang waren es gerade einmal rund 300 Werke, mittlerweile zählt die Weselerin gut 2500 Bücher zum festen Bestand. Eltern und Ehemalige übergaben Bücher in die Obhut von Hannelore Franke, ihren eigenen Bestand siedelte sie hierher um; mit Spenden, beispielsweise aus den Sponsorenläufen der Schule, erwirbt sie in Buchhandlungen und auf Trödelmärkten neuen Lesestoff.
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Leseratte
Schon in frühester Jugend wurde Hannelore Franke vom Lesefieber gepackt: Während ihres Studiums in Hannover investierte sie ihre Einkünfte aus Nebenjobs in neue Bücher. "Und mittlerweile habe ich zu Hause eine recht stattliche Bibliothek." Sie mag Éric -Emmanuel Schmitt und Wladimier Kaminer. "Und ich habe eine Vorliebe für Historisches."
Pferde, TKKG und Janosch
Katalogisierung und Reparatur, aber auch die Ausleihe an die Schüler – mit viel Herzblut geht die ehemalige Lehrerin ihrem Ehrenamt nach. Dafür wurde sie, wie berichtet, von Schulministerin Barbara Sommer ausgezeichnet: Am 26. Oktober nahm sie in Düsseldorf die Ehrung für ihren unermüdlichen Einsatz in der Schulbibliothek entgegen.
Schulleiterin Astrid Horstkamp hatte sie vorgeschlagen: "Im Amtsblatt las ich davon, dass ehrenamtliche Kräfte für ihre Arbeit in Schule und Kultur ausgezeichnet worden waren. Ich habe dann Frau Franke vorgeschlagen. Wir freuen uns natürlich, dass es geklappt hat. Schließlich hat sie es sich redlich verdient." Auch sie weiß um die Bedeutung der Schulbücherei: "Bücher sind und bleiben ein wichtiger Zugang zu Bildung." Und so steht jeden Mittwochvormittag die Tür der Schulbücherei weit offen: Die jungen Leseratten strömen dann in kleinen Gruppen herbei, bringen gelesene Bücher zurück und versorgen sich mit Nachschub. Schließlich ist hier für jeden was dabei. "Ich habe die Bücher nach Altersgruppen sortiert. Und außerdem können die Kinder in den Katalogen, die ich angefertigt habe, schauen, was sie sich als nächstes aussuchen", erklärt Hannelore Franke.
Sie kennt die Vorlieben des Nachwuchses ganz genau: "Bei den Mädchen geht alles mit Pferden und Prinzessinnen, während die Jungen eher auf Technik stehen."
Manche Klassiker wie Pucki und Nesthäkchen sind aus dem Rennen, andere finden nach wie vor reißenden Absatz: "Fünf Freunde, TKKG oder auch die drei Fragezeichen kommen nie aus der Mode – und natürlich alles von Astrid Lindgren." Auf die Jüngeren warten Märchen und Janosch, während sich die Alteren an dickere Wälzer wagen.
Ans Aufhören denkt Franke nicht. "Irgendwann ist sicher mal Schluss. Aber so lange ich das hier noch machen kann, so lange bin ich natürlich noch dabei", sagt sie.
Quelle: RP