Krefeld (RP)
Die SPD beantragt, dass es wie früher Frauenbadezeiten in Schwimmbädern geben soll. Städte wie München oder Nürnberg haben Frauenbadezeiten wieder eingeführt. Wir fragten Krefelderinnen nach ihrer Meinung.
Die SPD will eine alte Idee wiederbeleben. Sie wird im nächsten Sportausschuss den Antrag auf einen speziellen Frauentag in öffentlichen Bädern stellen. SPD-Ratsfrau Anke Drießen-Seeger: "Es gibt viele Frauen, die das Gefühl haben, nicht mehr dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen oder die gesundheitlich gehandicapt sind und Hemmungen haben, ihren Körper zu zeigen." Eine Frauenbadestunde könne ihnen die Bedenken nehmen, schwimmen zu gehen. "Die Frage, ob ein solcher Tag von Muslimas genutzt wird, steht für uns nicht im Vordergrund", betonte Drießen-Seeger.
Nach Angaben der Stadt gibt es in Krefeld "seit Menschengedenken" keine Frauenbadezeiten mehr; wann sie abgeschafft wurden, ist nicht bekannt. München hat Badezeiten für Frauen vor acht Jahren wieder eingeführt. Fünf Stunden ist eines der neun Bäder nur für Frauen geöffnet. Zwei Drittel der Besucherinnen sind Muslima. "Der durchschnittliche Besuch liege bei 163 Frauen, dies beweist das große Bedürfnis", sagt Münchens OB Christian Ude (SPD). Auch Nürnberg hat Frauenbadetage 2008 getestet – und beibehalten.
Wolfgang Werthschulte, NRW-Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister und Leiter des Bades "aqua-sol" in Kempen, hält Frauenbadezeiten für nicht mehr zeitgemäß, zumal die Badezeiten knapp seien. Es stelle sich zudem die Frage, ob man dann nicht auch Männerzeiten einführen müsse. Werthschulte: "Wo soll man anfangen, wo aufhören?"
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Quelle: RP