Krefeld (RP) FDP-Ratsherr Wilfried Lattrich hat die Fraktion verlassen. Damit verfügen CDU und FDP im Rat nur noch gemeinsam mit dem Oberbürgermeister über eine Stimme Mehrheit. Besonders die Position der FDP wird dadurch schwächer.
Die Glocke der Ratssitzung lam
Es ist ein erneuter Rückschlag für die Koalition: Ratsherr Wilfried Lattrich ist aus der FDP-Fraktion ausgetreten. Entsprechende Informationen bestätigte Fraktionsvorsitzender Joachim C. Heitmann gestern gegenüber der RP. Damit verfügen CDU und FDP nur noch über 31 der 62 Sitze im Stadtrat. Eine Mehrheit haben sie nur gemeinsam mit Oberbürgermeister Gregor Kathstede (CDU).
Wie Heitmann erklärte, hat ihm Lattrich den Austritt schriftlich erklärt, allerdings keine Begründung angegeben. Da Lattrich zur Zeit in Urlaub im Ausland ist, konnte Heitmann ihn bisher nicht persönlich erreichen. Brieflich hat der Fraktionschef ihn um ein Gespräch gebeten, in der Hoffnung, dass sich Lattrich wieder der Fraktion anschließt. „Er ist seit mehr als 25 Jahren Mitglied der FDP. Den lasse ich nicht so einfach ziehen“, sagte Heitmann.
Info
Die Sitzverteilung
CDU 26 Sitze
SPD 18 Sitze
Grüne 8 Sitze
FDP 6 Sitze
Krefelder Kreis 3 Sitze
Krefelder Wählergemeinschaft 1 Sitz
Damit verfügen FDP und CDU nur noch über 31 der 62 Sitze. Eine Mehrheit haben sie nur mit der Stimme des Oberbürgermeisters.
Fabel: Eine Stimme weniger
CDU-Fraktionschef Wilfrid Fabel erklärte zu dem Ausscheiden, dass die Koalition nun eine Stimme weniger habe. Eine direkte Auswirkung auf die Zusammenarbeit der Koalition sah er nur bedingt: „Wenn das ein internes Problem der FDP ist, muss es sich nicht auf die Koalition auswirken.“
Heitmann wertete das Ausscheiden Lattrichs auch als unerfreuliches Signal nach außen. Wenn Lattrich die Fraktion verlässt, werde zudem das Wählervotum verfälscht: Die FDP-Fraktion habe nicht mehr so viele Sitze, wie es nach dem Willen des Wählers sein müssten.
Die zunehmende Distanzierung Lattrichs von seiner Fraktion hatte sich bereits in der Dezember-Ratssitzung gezeigt. Damals stimmte Lattrich bei der Debatte um das Kraftwerk gegen den von Heitmann modifizierten SPD-Antrag, dem seine Fraktion zustimmte.
Offen ist, wie sich Lattrich in Zukunft positionieren wird. Wie Heitmann erläuterte, führt der Austritt aus der Fraktion nicht zwangsläufig zum Ausschluss aus der Partei. Dies wäre erst dann der Fall, wenn er sich einer anderen Gruppierung im Rat anschließt. In der Bezirksvertretung Fischeln, der Lattrich auch angehört, hat sein Austritt keine Auswirkungen auf die Stimmenverhältnisse, da er dort nur beratendes Mitglied ist.
Quelle: RP