Mönchengladbach: Demo: Studenten fordern ihr Geld zurück

VON INGE SCHNETTLER UND RALF JÜNGERMANN - zuletzt aktualisiert: 12.05.2009

Mönchengladbach (RP) Hermann Ostendorf kommt in diesen Tagen kaum noch zum Essen. Als der Rektor der Hochschule Niederrhein Montag sein Mittagsmahl in der Mensa der Hochschule einnehmen wollte, sah er sich unvermittelt von etwa 500 Studenten umringt, die den Dialog mit ihm forderten.

Die Studenten organisierten am Montag eine Demonstration gegen Studiengebühren. Foto: Detlef Ilgner
Die Studenten organisierten am Montag eine Demonstration gegen Studiengebühren. Foto: Detlef Ilgner

Vorweg hatte es eine Spontan-Demonstration auf dem Hochschulgelände gegeben. Aufgebrachte Studenten des Fachbereichs Sozialwesen forderten lautstark, die gebunkerten sechs Millionen Euro Studiengebühren zweckgebunden auszugeben oder sie an die Studierenden zurückzugeben. "Was passiert mit unserem Geld?", fragten sie den Rektor.

Sechs Millionen Euro auf Halde

Seit der Einführung der Studienbeiträge hat die Hochschule Niederrhein von ihren Studenten rund zwölf Millionen Euro eingenommen, weniger als die Hälfte wurde in Ausstattung und Lehre investiert, der Rest auf Halde gelegt (RP berichtete).

Mit dem zurückgelegten Geld will die Hochschule zukünftig neue Lehrstellen finanzieren. Die Studenten hingegen sind erbost, dass ihnen ihr hart erspartes Geld nicht zugute kommt. Vom Düsseldorfer Wissenschaftsministerium war Hermann Ostendorf in der vergangenen Woche aufgefordert worden, für die sechs Millionen umgehend einen Verwendungsnachweis zu liefern. "Sollte Ihnen dies nicht möglich sein, muss eine Beitragsrückerstattung beziehungsweise Beitragssenkung in Erwägung gezogen werden", hieß es in dem Schreiben.

Die Landesrektorenkonferenz trifft sich am kommenden Donnerstag. Dann wollen sich die Rektoren gemeinsam zu dem Thema äußern. Einen Tag nach der Konferenz haben Vertreter des Asta einen Termin mit Rektor Ostendorf vereinbart. "Wir werden mit ihm über einen weiteren Antrag aus Reduzierung oder Rückzahlung der Studiengebühren sprechen, den wir in der nächsten Senatssitzung vorlegen werden", sagt Asta-Sprecherin Silke Müller.


Quelle: RP

 
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