Mönchengladbach (RP) Zwölf Millionen Euro Studiengebühren hat die Hochschule Niederrhein (HN) in den vergangenen beiden Jahren von ihren Studenten eingenommen. Ausgegeben wurde davon knapp die Hälfte. Wie geht die Hochschule eigentlich mit unseren Studiengebühren um? Das haben sich die Studenten gefragt – und eine verblüffende Antwort gefunden. "Ein großer Teil des Geldes liegt auf Halde, sozusagen als Notnagel für schlechte Zeiten", sagt Asta-Sprecher Robert Kramer. Die Studierenden an den Fachbereichen in Mönchengladbach und Krefeld zahlen seit dem Wintersemester 2006/2007 pro Semester 500 Euro Studienbeiträge – sechs Millionen Euro im Jahr. Diese Einnahmen muss die Hochschule, so sagt es das NRW-Studienbeitragsgesetz, zügig und zweckgebunden ausgeben – für die Verbesserung der Lehre und der Studienbedingungen.
Die Vertreter des Asta haben nachgerechnet. Im ersten Jahr der Gebührenerhebung hat die Hochschulleitung 2 068 789 Euro, im Jahr darauf 3 865 355 Euro aus dem Gebührenfonds ausgegeben. Ins Jahr 2008 nahm die HN drei Millionen Euro Überschuss aus den Gebühren mit, die sie 2007 nicht ausgegeben hatte. Ein Jahr später, also zur Jahreswende 2008/2009, hatte sich dieser Betrag verdoppelt – auf sechs Millionen Euro.
"Wir bewerten die Studienbeiträge wie einen Generationenvertrag. Ähnlich wie die Zahlungen in die Rentenkasse, kommt das Geld zukünftigen Studentengenerationen zugute", sagt Rudolf Haupt, Pressesprecher der Hochschule. "Bis 2015 wollen wir zusätzliche Stellen für 15 wissenschaftlichen Mitarbeiter und 15 Professoren schaffen." Fünf Stellen im Mittelbau seien schon neu eingerichtet worden.
"Personalkosten sind originäre Aufgabe des Landes", kritisiert Robert Kramer. "Das Wissenschaftsministerium stiehlt sich aus der Verantwortung. Und die Leitung der Hochschule lässt sich von Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart zum Spielball machen." Rudolf Haupt kennt die Kritik der Studierenden. "Wir können aber nicht anders handeln. Der schwarze Peter sitzt in Düsseldorf. Wir sind gezwungen, die unpopulären Sachen zu machen." Auf Dauer sei die Hochschule gezwungen, sich selbst zu sanieren und um die Einstellung und Bezahlung des wissenschaftlichen Personals zu kümmern. "Wir müssen unternehmerisch denken und handeln", sagt Haupt.
Der Asta formulierte einen Antrag an den Senat: Wenn die Hochschule nur die Hälfte der Studiengebühren ausgibt, sollen die Studenten zukünftig auch nur 250 statt 500 Euro pro Semester zahlen. Diesen Antrag lehnte das Gremium allerdings mit Mehrheit ab.
Quelle: RP