Mönchengladbach (RP) Auf einmal geht alles ganz schnell: Rektor Hermann Ostendorf hat am Montag auf einer eilig einberufenen Sondersitzung mit den Dekanen der neun Fachbereiche beschlossen, die gebunkerten 6,5 Millionen Euro aus den Studiengebühren umgehend in die Hochschule zu investieren.
Hochschul-Rektor Hermann Ostendorf will sofort investieren. Foto: Dieter Wiechmann
Damit reagiert das Rektorat innerhalb der allerletzten Frist, die Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart in der vergangenen Woche gesetzt hatte.
In einem Schreiben an Rektor Hermann Ostendorf hatte er unmissverständlich angekündigt, er würde ansonsten die Studiengebühren anteilig an die Studenten zurückzahlen lassen oder aber die Beiträge zukünftig entsprechend kürzen. Außerdem hatte er mit rechtsaufsichtlichen Maßnahmen gedroht. Wie der Pressesprecher des Hochschule, Rudolf Haupt, gestern mitteilte, wird das Geld nun kurzfristig in die Verbesserung und Erweiterung der Laboratorien gesteckt.
6,5 Millionen Euro auf Halde
Der Studentenausschuss der Hochschule hatte vor einem Monat aufgedeckt, dass das Präsidium in den letzten zwei Jahren 6,5 Millionen Euro auf Halde gelegt hatte. Rektor Hermann Ostendorf wollte das Geld langfristig in die Schaffung neuer Professorenstellen stecken. Deshalb war er von den Studenten heftig kritisiert worden, und das Ministerium in Düsseldorf sah einen deutlichen Verstoß gegen die Studienbeitrags- und Hochschulabgabenverordnung. Diese schreibt vor, die Studiengebühren unmittelbar und zweckgebunden in Forschung, Lehre und Ausstattung zu investieren.
Die Studentenvertretung (AStA) der Hochschule beklagt die bisher fehlende Kommunikationsbereitschaft der Hochschulleitung. "Dass die Diskussion über die Studienbeiträge letztlich in diesem Maße eskaliert ist, sieht der AStA als völlig unnötig und hausgemacht an. Ein fairer, seriöser und offener Umgang mit der studentischen Vertretung hätte geholfen, viele Probleme gar nicht erst aufkommen zu lassen, vor denen sich nun der Rektor und die gesamte Hochschule sieht", sagte Studentensprecher Robert Kramer.
Quelle: RP