Mönchengladbach (RP) Die Fronten im Streit um die Studiengebühren scheinen sich zu verhärten. Nachdem das Land erfahren hatte, dass das Rektorat der Hochschule Niederrhein (HN) sechs Millionen Euro aus den Beiträgen der Studierenden gebunkert hatte, wurde Rektor Hermann Ostendorf vom Wissenschaftsministerium in Düsseldorf schriftlich aufgefordert, umgehend einen Verwendungsnachweis für diese horrende Summe vorzulegen.
Die Fronten im Streit um die Studiengebühren scheinen sich zu verhärten. Foto: ddp
Auszugeben sei das Geld grundsätzlich sofort. So schreibe es das Gesetz vor.
Frist wurde eingehalten
Die Frist eingehalten hat das Rektorat der Hochschule. Aber Rektor Hermann Ostendorf bleibt dabei: Sein Konzept sieht vor, dass die sechs Millionen Euro bis zum Jahr 2015 für Personalstellen in der Lehre verwendet werden sollen. "Es sollen bis zu 17 Stellen für Professoren und bis zu 21 Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiter geschaffen werden, die aus Studienbeiträgen finanziert werden", schreibt der Pressesprecher der Hochschule, Rudolf Haupt.
Den Hinweis des Ministeriums, die Hochsschulen seien verpflichtet, Studiengebühren zeitnah und zweckgebunden auszugeben, pariert er wie folgt: "Der bisherige Überschuss wird auf diese Weise zeitnah – innerhalb der Dauer eines Studiums – und zweckgebunden abgebaut."
André Zimmermann, Pressesprecher des Wissenschaftsministeriums in Düsseldorf, bestätigte, dass der Bericht von Rektor Ostendorf vorliege. Er werde nun geprüft und ausgewertet.
"Wir müssen die Positionen aller Hochschulen im Land prüfen." Denn auch an anderen Unis wurden Studiengebühren auf Halde gelegt, allerdings nicht in dem Ausmaß wie an der Hochschule Niederrhein.
Der Asta der Hochschule hatte gefordert, der Rektor müsse die gebunkerten Millionen an die Studenten zurückzahlen oder aber die Studiengebühr zukünftig reduzieren. Nach einem Gespräch mit Hermann Ostendorf sind die Studentenvertreter wenig optimistisch.
"Eine Kooperation mit der Hochschulleitung ist in weite Ferne gerückt", sagt der Asta-Vorsitzende Bastian Feldkeller. "Die Situation hat an Brisanz zugenommen." Die Studentenvertreter erwarten nun mit Spannung die Reaktion des Wissenschaftsministerium.
Quelle: RP