Mönchengladbach (RP) Abwracken im großen Stil: Für die Serie Alarm für Cobra 11 wurde gestern rund um den Abteiberg eine wilde Verfolgungsjagd gedreht. Elf Stunden lang drehte das Team, wie ein Eiswagen ein Taxi verfolgt und am Ende einen spektakulären Unfall hat.
Der Eiswagen mit den beiden Polizisten darin jagt den Fliescherberg hinunter, dreht mit quietschenden Reifen auf der Lüpertzender Straße, bevor ein Golf in seine Seite kracht. Das türkisgrüne Gefährt mit der Aufschrift "Luigi's Eis" fliegt auf die Seite, Feuerwehrleute und Sanitäter laufen darauf zu. Stille. Sekunden später Applaus – der Stunt hat geklappt. Sogar besser als erwartet. "Dass das Auto umkippt, war nicht geplant", sagt Stuntman Christopher Domanski ganz entspannt, als er aus dem Wrack klettert. "Aber es ist umso schöner." Regisseur Roland Leyer hockt in seinem Regiestuhl und streckt die Füße aus. "Ich find's schon cool, wenn die umkippen. Das lassen wir drin." Rund 200 Zuschauern blieb bei der Szene auf der Lüpertzender Straße aber der Atem stehen.
Aber so ist das nun einmal, wenn für die Action-Serie "Alarm für Cobra 11 – Die Autobahnpolizei" eine neue Folge wie gestern rund um den Abteiberg gedreht wird. Autos werden reihenweise für die Schrottpresse bereit gemacht. "Mindestens fünf bis sechs Fahrzeuge, in manchen Folgen sind es auch mal 40 Autos", sagt Stunt-Koordinator Carl Stück. Abwracken im ganz großen Stil. Dem TV-Publikum gefällt das offenbar. Seit 13 Jahren flimmern die gestellten und meist spektakulären Unfälle bei RTL über den Fernseher. Ein kurzes Vergnügen für den Zuschauer, aber ziemlich aufwändige Arbeit für die Produktion.
Rund elf Stunden ist die 80-köpfige Filmcrew in Mönchengladbach im Einsatz. Gedreht wird eine wilde Verfolgungsjagd – was sonst? – zwischen einem Gangster im gekaperten Taxi und den beiden Polizei-Beamten Semir Gerkhan und Ben Jäger. Es geht mitten durch die Mönchengladbacher Altstadt, am Rathaus Abteiberg vorbei, über den Schulhof des Humanistischen Gymnasiums, wo die Stuntmen aus dem Auto heraus noch Eis an die Schüler (Komparsen) verteilen, den Abteiberg hoch und den Fliescherberg hinunter auf die Lüpertzender Straße, wo es zum finalen Unfall mit einem Linienbus kommt. Insgesamt sind das im Film rund 90 Sekunden, aber elf Stunden Arbeit. An diesem Tag sind die beiden Hauptdarsteller aber nicht am Set, Spezialisten drehen die Stunt-Szenen. Die Großaufnahmen mit den beiden Hauptdarstellern Erdogan Atalay und Tom Beck werden später von der Drama-Unit, der ersten Film-Einheit, im Studio gedreht und in das gestern von der Action-Unit, der zweiten Film-Einheit, gedrehte Material hineingeschnitten.
Der Abteiberg, das hatten die Scouts bei der Besichtigung festgestellt, war perfekt für die Verfolgungsjagd geeignet. "In Gladbach haben wir gute Erfahrungen gemacht", sagt Regieassistent Alain Courtois. Zwei Folgen werden in vier bis fünf Wochen gedreht und wenig später gesendet. Millionen schalten ein, RTL freut sich – das nennt man wohl Abwrackprämie.
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Quelle: RP