(RP) Borussia Mönchengladbach bleibt nach dem 2:2 gegen Werder Bremen zwar Tabellenletzter, Nando Rafaels Treffer in der Nachspielzeit und die engagierte Vorstellung machen Trainer Jos Luhukay aber Mut.
Borussia Mönchengladbach scheint verstanden zu haben, worauf es im Abstiegskampf der Bundesliga ankommt. „Wir haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft“, lobte Trainer Jos Luhukay seine Mannschaft. Der Kraftakt war im Heimspiel gegen Werder Bremen gestern Abend auch bitter nötig. Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit glich Nando Rafael zum 2:2 gegen den Meisterschaftsanwärter aus.
Schiedsrichter Helmut Fleischer pfiff die Partie vor 50.644 Zuschauern im Borussia-Park gar nicht mehr an. Die Norddeutschen konnten den Patzer des FC Schalke 04 nicht nutzen, um den Abstand auf den Tabellenführer zu verkürzen, Mönchengladbach bleibt Tabellenletzter.
Dabei schien es über einige Strecken des Spiels, als könne sich Luhukays Team mit einem Sieg an die Nicht-Abstiegsplätze heran pirschen. Borussia spielte im Gegensatz zu den vergangenen Wochen nicht nur mutig nach vorne, sondern erarbeitete sich auch zahlreiche Tormöglichkeiten.
Wie bereits beim Uefa-Pokal-Rückspiel vergangenen Donnerstag bei Ajax Amsterdam konnte sich das Ensemble von Trainer Thomas Schaaf bei Torhüter Tim Wiese bedanken, dass es nicht in Rückstand geriet. Denn neben der ordentlich organisierten Defensive der Gastgeber bewies auch die Offensiv-Abteilung endlich ihre Tauglichkeit für die Bundesliga.
In Abwesenheit des erneut nicht berücksichtigten Wesley Sonck trumpften die Stürmer aus der vermeintlichen zweiten Reihe auf: Michael Delura traf nach feinem Pass von Peer Kluge zum Ausgleich, nachdem Pierre Womé wenige Minuten zuvor mit einem Traumtor aus mehr als 25 Metern für die Führung der Bremer gesorgt hatte. Der zuvor meist unglückliche, aber fleißig arbeitende Nando Rafael glich den Treffer von Jurica Vranjes aus, der nach einer unglücklichen Rettungsaktion von Nationalspieler Marcell Jansen getroffen hatte.
„Natürlich ist ein solches Gegentor in der letzten Sekunde enttäuschend“, haderte Werders Trainer Thomas Schaaf nach dem vierten Spiel in Serie ohne Sieg. Nach zuletzt drei Niederlagen sah er den Punktgewinn jedoch „als richtigen Schritt, nachdem wir uns im Vergleich zu den Spielen zuvor besser präsentiert haben“.
Besonders in der Phase nach dem Seitenwechsel zeigte Luhukays Ensemble, dass es in der Liga bleiben will. Im Gegensatz zum erneut enttäuschenden Bremer Spielmacher Diego gestaltete sein Pendant auf Seiten der Gladbacher, Federico Insua, das Offensivspiel. Der Argentinier hatte nach einem Solo die beste Möglichkeit, für den ersten Heimsieg seit Oktober (3:1 gegen den VfL Wolfsburg) zu sorgen.
Wiese hatte aber etwas dagegen, ebenso wie bei den späteren Versuchen von Delura und Jansen. „Da hatten wir Möglichkeiten, sogar in Führung zu gehen“, monierte Luhukay die mangelnde Chancenauswertung. „Aber die Mannschaft hat sich mit dem Ausgleich belohnt. Wir haben noch Hoffnung auf den Klassenerhalt: Wir leben noch.“
Der gleichen Meinung war auch Thomas Schaaf. Der Trainer, der bei seinem dritten Gastspiel im Borussia-Park zum dritten Mal nicht gewinnen konnte, lobte das Engagement des Abstiegskandidaten. „Man sollte Borussia auf keinen Fall abschreiben“, sagte er.
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Quelle: RP