Viersen (RP) Mitte des Monats ziehen die VW-Niederlassungen aus Lobberich und Viersen um nach Dülken. Neben dem Audi-Haus entsteht dort die VW-Zentrale. In Lobberich wird dann ein Einkaufszentrum gebaut.
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VW und Audi
Trennung In den 1990er-Jahren trennte Hölter die Marken VW und Audi auf Geheiß des Konzerns.
Konzentration Audi zog in ein neues Gebäude um nach Viersen. Jetzt zieht Hölter VW gleich nebenan zusammen. Lobberich und Viersen werden aufgegeben.
Kosten Über die Kosten schweigt sich Clemens aus. Investiert haben dürfte er einige Milliionen Euro, darunter den Erlös vom Verkauf an ten Brinke.
Nettetal/Viersen An der Johannes-Cleven-Straße in Lobberich herrscht Aufbruchstimmung: VW Hölter ist dabei, den Standort zu verlassen und an die Viersener Straße nach Dülken zu ziehen. "Wir haben bereits begonnen, im Alltag der Werkstatt entbehrliche Dinge wegzubringen. Auch die für Kunden eingelagerten Sommerreifen sind bereits dort", berichtet Geschäftsführer Axel Clemens. Vom 14. bis etwa 17. Dezember soll der Kern-umzug stattfinden.
Vor 75 Jahren bezog Clemens' Großvater und Firmengründer Josef Hölter das Gelände am Rand der Lobbericher Innenstadt. Wenige Jahre zuvor hatte er seine Automobilwerkstatt gegründet. Jetzt geht das Unternehmen, weil der Konzern den Umzug in die Kreisstadt verlangt. Außerdem muss Hölter dringend erweitern. Den Bau einer neuer Niederlassung ließ Clemens fallen, als sich die Chance bot, das die Immobilie des benachbarten Autohauses Berten zu übernehmen. Hölter ist seit einigen Jahren bereits mit der Marke Audi dort.
Das Lobbericher Hölter-Gelände erwarb Entwickler ten Brinke, der hier ein Einkaufszentrum baut. Im Sommer gab Textilhersteller longlife auf, der in unmittelbarer Nachbarschaft liegt. Er verkaufte auch an ten Brinke. Clemens packte für VW Hölter ein Paket, zu dem die Niederlassung an der Viersener Freiheitsstraße gehört. VW Hölter in Viersen wird es ab Monatsmitte nur noch in Dülken geben. Was mit der dann leerstehenden Immobilie in Viersen geschieht, ist offen.
Der Umzug von zwei alten an einen neuen Standort erfordert eine logistische Meisterleistung. Denn die EDV-Verbindung zur VW-Zentrale muss zeitweilig gekappt werden. Da sind Notdienste und der Aufbau des gesamten Unternehmens von der Geschäftsleitung über die Werkstatt bis hin zum Lager genauestens vorzubereiten.
Rund 15 000 unterschiedliche Teile müssen aus den beiden Lägern zusammengefügt und verschmolzen werden. "Ein Lager können wir direkt elektronisch neu anbinden, das andere muss manuell eingepflegt werden", erklärt Clemens. Ein Gutes hat der Umzug aber auch: Es gibt gleichzeitig eine umfassende Inventur.
Clemens wird die nach Gebäuden getrennten Audi- und VW-Niederlassungen auf rund 25 000 m2 Grundfläche insofern verbinden, als er eine 6000 m2 große Fläche für Gebrauchtfahrzeuge einrichten wird. Bei allem Ehrgeiz, den Umzug perfekt zu organisieren: Die Außenanlagen folgen später.
Viel wichtiger ist Clemens, dass der zeitweilig gestörte Betriebsfrieden wieder hergestellt ist. Die Forderung nach einem Haustarif ist vom Tisch, die 65 Mitarbeiter haben eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2011. "Die Mitarbeiter freuen sich auf ihren neuen Arbeitsplatz", sagt Clemens.
Quelle: RP