Viersen (RP) Hinter der weißen Eingangstür aus Kunststoff von Holger Traufetter gibt es noch mehrere hundert weiterer Türen. Die sind aber viel kleiner und mit den Buchstaben des Alphabets versehen. „Von A wie Aspirin bis Z wie Zovirax“, zählt der Inhaber der Notburga-Apotheke auf. Seit über 20 Jahren ist er Mieter der Räume an der Dechant-Stroux-Straße 9 im Viersener Rahser. Deren Eingangstür dagegen sei allerdings – so schätzt der Apotheker – erst etwa halb so alt. Durch die hindurch gehen täglich nicht nur die Kunden, die ihre Medizin bei Traufetter kaufen, sondern auch die drei Teilzeitkräfte, die regelmäßig hinter der Apotheken-Theke stehen. Traufetter selbst stammt aus Hessen, studierte in Bonn und übernahm nach einiger Zeit in Düsseldorf die Apotheke in Viersen.
An die 500 Schubladen-Türen gibt es in der Apotheke. Der Name eines Medikaments bestimmt so, wo es einsortiert wird. RP-Foto: Busch
Schwierig, bei den vielen Türchen, die richtige Schublade aufzuziehen, gebe es aber keine – eben wegen der genauen Beschriftung. Die gängigsten Arzneien sind sowieso vorne hinter der Verkaufstheke in den Regalen, damit sie schneller greifbar sind. „Das sind etwa Mittel gegen Rheuma, gegen Gelenkbeschwerden und Schmerzmittel“, zählt Traufetter auf. Nur für Medizin, die nicht so oft gebraucht wird, müssen Traufetter und seine Mitarbeiter nach hinten.
Auf 400 bis 500 schätzt er die Zahl seiner Schubladen-Türchen insgesamt. „Dazu kommt noch unsere Kühlschranktür, die Tür zum Labor und die zum Tresor“, zählt Traufetter auf. Denn einige Medikamente, etwa Insuline und fast alle Impfstoffe, müssen kühl gelagert werden. Im Labor werden einige Mischungen, etwa Salben, nach Rezept speziell für den Patienten gemischt, und Betäubungsmittel bleiben fest verschlossen im Tresor. Hinter weiteren Schranktüren bewahrt Traufetter Arzneibücher und wissenschaftliche Fachliteratur auf.
Offen im ümmmmmbertragenen Sinn ist seine Tür auch, wenn er Notdienst hat. Dann ist aus Sicherheitsgründen zwar nicht die große Tür, aber die kleine Klappe offen, durch die Rezept, Geld und Medizin gereicht werden. DÉSIRÉE LINDE
Quelle: RP