(RP) Malte Thodam startet bei der Amateur-DM, die im Rahmen der Schacholympiade stattfindet.
In Dresden startet heute die Schacholympiade. Sind Sie nun ein Olympionike?
Thodam Nein, das bin ich nicht. Zwar starte ich auch bei einem Schachturnier in Dresden, allerdings beim Deutschland-Cup. Das ist die Deutsche Amateurmeisterschaft, die anlässlich der Schacholympiade, bei der Profis aus aller Welt gegeneinander antreten, stattfindet.
Sie haben erst vor vier Jahren angefangen, Schach zu spielen. Sind Sie schon an Ihrem Limit angekommen?
Thodam Ich denke, da geht noch was. Eine Leistungssteigerung ist drin, auch wenn es nicht realistisch ist, dass ich an das Niveau eines Großmeisters herankomme. Dafür habe ich zu spät angefangen. Die Spitzenkönner haben schon mit fünf, sechs Jahren mit Trainern mehrere Stunden am Tag geübt.
Wie kamen Sie so spät zum Schach?
Thodam Schach hat auf mich schon immer eine Faszination ausgeübt, mich aber erst mit 20 in seinen Bann gezogen. Die Symbiose aus Kunst mit schönen Partien von ästhetischem Wert, Wissenschaft mit konkretem, logischen Spiel und Sport bei den Wettbewerben hat mich da erst gepackt.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie als Deutscher Meister nach Hinsbeck zurückkehren?
Thodam Ich schaue einfach mal, wie weit ich komme. Jeder hat eine Chance, zu gewinnen. Es sind ein paar gute Spieler dabei, vor allem sehr ambitionierte Jugendliche. Ich sehe das Turnier in erster Linie als großes Ereignis für Schach in Deutschland. Ich fahre hin, um den Großmeistern bei der Olympiade zuzuschauen und etwas zu erleben. Aber ich hoffe natürlich, dass ich nicht früh ausscheide.
Wie lange werden Sie in Dresden bleiben?
Thodam Das Turnier meiner Wertungsgruppe mit der Deutschen Wertungszahl zwischen 1400 und 1499, mit der ich mich im März bei einem Turnier in Uerdingen qualifiziert habe, startet Sonntag und endet kommenden Donnerstag. In der Zeit werde ich alle meine sechs Partien spielen.
In Bonn setzte sich neulich Viswanathan Anand im WM-Finale gegen Wladimir Kramnik durch. Haben Sie das Duell verfolgt?
Thodam Ich hatte leider keine Zeit, hinzufahren. Dafür habe ich mir die Partien im Internet angeschaut.
Kann man daraus lernen?
Thodam Klar. Aber selbst für fortgeschrittene Vereinsspieler sind die Züge schwer nachzuvollziehen. WM-Spiele sind theoretische Diskussionen, die zuvor am Computer vorbereitet worden sind. Speziell etwas anwenden kann ich nicht, da die beiden ein anderes Eröffnungsrepertoire haben als ich.
Wie bereiten Sie sich auf die Meisterschaft vor?
Thodam Ich werde mir bis zu meiner ersten Partie am Sonntag noch die ein oder andere Variante, mit der ich bislang Probleme hatte, anschauen. Ansonsten werde ich einfach nur mein Repertoire spielen.
Malte Thodam (24) spielt für die Zweite Mannschaft der Sachgemeinschaft Nettetal in der Bezirksliga. Christian Spolders sprach mit dem Hinsbecker, der in Düsseldorf Geschichte studiert.
Quelle: RP