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100 Plakate zu Fukushima
Die Nuklear-Katastrophe im japanischen Fukushima hat Menschen weltweit bewegt. Doch neun Monate danach wird kaum noch über sie gesprochen, kaum noch der Opfer gedacht. Dabei sind zurzeit noch Tausende Menschen obdachlos und in Notunterkünften untergebracht. Mit einer Ausstellung will die Fachhochschule Düsseldorf die Erinnerung wachhalten und auch den Wiederaufbau in Japan unterstützen. 100 Plakate von internationalen Grafik-Designern, die sich mit dem Reaktor-Unglück in Japan beschäftigen, werden bis zum 16. Dezember im Japan-Haus der Fachhochschule Düsseldorf ausgestellt und zu Gunsten der Japan-Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes versteigert. Von Semiha Ünlü

Initiatorin des Projektes ist Monsoureh Rahnama. Sie rief im Internet Designer weltweit auf, ihr Mitgefühl in Form von Plakaten auszudrücken. "Ich war überrascht, wie viele Links, Antworten und Arbeiten mich in den ersten Stunden erreichten", sagt die in Dormund lebende Initiatorin. Um eine Auswahl aus den 587 eingereichten Grafik-Arbeiten zu treffen, stellte sie eine Jury aus international renommierten Designern auf. Neben Künstlern aus den Vereinigten Staaten, Irland und Australien sind der Düsseldorfer FH-Professor Wilfried Korfmacher und Dozent Uwe Loesch Jurymitglieder.

Bevor das öffentliche Interesse noch mehr nachlasse, wollte man die Plakate zeigen. "Die Ausstellung bildet einen Schlusspunkt des Japanjahres an der FH und zugleich einen Ausblick ins neue Jahr", sagte Korfmacher, der die Solidaritäts-Ausstellung an der Fachhochschule koordiniert.

Durch die Teilnahme von Künstlern und Designern aus unterschiedlichen Kulturkreisen wollten die Initiatorin und die Organisatoren auch den verschiedenartigen Umgang mit der Katastrophe zeigen. Unterschiedliche Motive und Symbole zeigen dies sehr ausdrucksvoll. "Die Ausstellung ist von einer hohen Qualität und Ideenreichtum gezeichnet. Sie ist Ausdruck interkultureller Solidarität und gibt den Menschen das Gefühl nicht allein zu sein", sagte Michiko Mae von Japan-Institut der Heinrich-Heine-Universität.

Nach dem Ausstellungsende soll die Plakate-Ausstellung auch in anderen deutschen Städten und in Japan gezeigt werden.

Öffnungszeiten montags bis freitags von 9 bis 13 Uhr, Fachhochschule Düsseldorf, Japan-Haus, Georg-Glock-Straße 19, Eintritt frei

Quelle: RP
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