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Nordrhein-Westfalen
178 Anzeigen wegen Sexualdelikten in Flüchtlingsheimen

Nordrhein-Westfalen. In nordrhein-westfälischen Flüchtlingseinrichtungen wurden seit Jahresbeginn bis Ende Juni 178 Anzeigen wegen möglicher Sexualdelikte erstattet. Dies geht aus einer Antwort des NRW-Innenministeriums auf eine Anfrage der Piraten-Abgeordneten Simone Brand hervor.

Bei den angezeigten Straftaten handelt es sich um Beleidigungen auf sexueller Grundlage, Exhibitionismus, sexuelle Nötigungen und Vergewaltigungen und in 25 Fällen um den sexuellen Missbrauch von Kindern.

Nach Angaben des Ministeriums beziehen sich die Zahlen auf alle Flüchtlingsunterkünfte in NRW mit mindestens 20 Plätzen. Im Januar gab es demnach allein rund 5000 kommunale Einrichtungen; im Juni waren es noch 3700 Unterkünfte. Es sei nicht bekannt, ob alle Anzeigen begründet seien und zu einer Anklageerhebung führten, sagte ein Sprecher auf Anfrage.

Im Juni waren Vorwürfe wegen Vergewaltigung einer Asylbewerberin und wegen organisierter Prostitution durch Sicherheitskräfte in der Landesunterkunft Burbach bekannt geworden. Derzeit laufen noch die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Die Frage der Piraten, ob der Landesregierung weitere ähnliche Fälle bekannt seien, verneinte Innenminister Ralf Jäger (SPD) in seiner Antwort.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres registrierte die Polizei demnach zudem landesweit 413 Fälle häuslicher Gewalt in den Flüchtlingsunterkünften.

(hüw)
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