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Köln
30.000 Taschendiebstähle im ersten Halbjahr

Köln. Fast 30.000 Taschendiebstähle hat die Polizei in NRW im ersten Halbjahr 2016 registriert. Das sei ein minimaler Anstieg um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) stellte die Zahlen vor, als er in Köln die landesweite Aktionswoche "Augen auf und Tasche zu!" eröffnete.

Die Täter seien meist bandenmäßig organisiert und gingen arbeitsteilig vor. "Einer lenkt das Opfer ab, einer greift zu", sagte Jäger. Beliebte Tricks seien es, nach dem Weg oder der Uhrzeit zu fragen oder das Opfer anzurempeln. Ein Mittäter nutze einen Augenblick der Unachtsamkeit, um unbemerkt Geldbörse oder Handy zu entwenden. Prävention steht im Mittelpunkt der Aktionswoche. "Jeder kann etwas dagegen tun, selbst zum Opfer zu werden", sagte Jäger. Dazu gehöre, Wertsachen nah am Körper zu tragen und "aufmerksam zu werden, wenn jemand zu nahe kommt". 2015 gab es in NRW mehr als 54.000 Taschendiebstähle. Die meisten Täter wurden nicht gefasst: Die Aufklärungsquote beträgt bei Taschendiebstählen nur fünf bis sechs Prozent.

Ohnehin seien die Beamten überlastet, kritisiert die Gewerkschaft der Polizei. 2015 fielen in NRW 1,9 Millionen Überstunden an. Das entspricht einem Zuwachs von 17 Prozent, wie aus einem Bericht des NRW-Innenministeriums an den Unterausschuss Personal im Düsseldorfer Landtag hervorgeht. Als Gründe für den "erheblichen Aufbau von Mehrarbeitsstunden" nannte Jäger teils bundesweite Einsätze, etwa den Flüchtlingsandrang und Terrorlagen.

(dpa)
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