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Berlin
60.000 Euro für Eisenbahnbrücke

Berlin. Ein Architekt aus dem Raum Kleve hat das denkmalgeschützte Objekt ersteigert. Von Dieter Dormann

Mindestens 18.000 Euro wollte das Auktionshaus Karhausen in Berlin für die 1863 bis 1965 erbaute Eisenbahnbrücke über den Altrhein in Griethausen nahe Kleve erzielen. Doch den drei Interessenten, die übers Telefon ihre Gebote abgaben, war die älteste noch erhaltene Eisenbahnbrücke Deutschlands, über die 1987 letztmals Waggons rollten und die seit 1984 unter Denkmalschutz steht, weitaus mehr wert: Vom Mindestgebot 18.000 schnellte der Preis sofort auf 25.000 Euro. Danach ging es in 2000- bis 3000-Euro-Schritten weiter. Der dritte Hammerschlag von Auktionator Matthias Knake - und damit der Zuschlag - fiel schließlich, als ein Architekt aus dem Raum Kleve 60.000 Euro geboten hatte. Ein Notar besiegelte noch gestern den Kaufvertrag.

60.000 Euro - abzüglich der Provision für den Auktionator (laut Internetangaben des Auktionshauses 7,14 Prozent inklusive Mehrwertsteuer) - fließen nun auf das Konto des Vereins der Eisenbahnfreunde Goch-Kleve, der das Objekt 1996 von der Deutschen Bahn AG erworben hatte. "Auf eine solche Summe hatten wir gehofft. Trotzdem: Das ist schon wie ein Lottogewinn", sagte der Vorsitzende der Eisenbahnfreunde. Wie die 27 Mitglieder des Vereins das Geld verwenden wollen, ist noch nicht beschlossen. "Wir könnten den Monatsbeitrag von 15 Euro senken", meinte der Vorsitzende. Welche Pläne der Architekt aus dem Raum Kleve, der erstmal anonym bleiben möchte, mit seinem neuen Besitz hat, gab der Käufer nicht bekannt.

Quelle: RP
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