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Niederzier
Anschlag auf Tagebau Hambach: Stromkabel brennt

Niederzier. Ein Brandanschlag hat den Betrieb des Braunkohletagebaus Hambach vorübergehend lahmgelegt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Aachen haben Unbekannte am Sonntag 50 Starkstrom führende Hauptleitungen des Tagebaus in Brand gesetzt. Für die Zeit der Löscharbeiten wurde der Tagebaubetrieb unterbrochen. Es werde wegen Brandstiftung ermittelt, erklärte eine Justiz-Sprecherin. Nach Angaben von RWE entstand erheblicher Sachschaden, auch gestern habe es noch erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb gegeben.

Schon vor zwei Wochen hatten Unbekannte einen Hochspannungsmast von RWE am Tagebau Inden angesägt. Der Mast trägt Leitungen, die den Tagebau mit Strom versorgen. Auch hier ermittelt die Staatsanwaltschaft. Ein RWE-Sprecher sprach von einer eskalierenden Kette der Gewalt.

Im August 2015 hatten mehr als 800 Aktivisten Polizeiketten bei Garzweiler durchbrochen und einen Schaufelradbagger besetzt. Die Polizei hatte Tränengas eingesetzt. Am Ende gab es mehr als 800 Strafanzeigen wegen Haus- und Landfriedensbruch. Im Februar 2016 waren RWE-Mitarbeiter und Sicherheitskräfte bei Protesten angegriffen worden. Vor kurzem ging die Polizei mit einer Razzia gegen Aktivisten im Hambacher Forst vor und durchsuchte deren Camp. Hintergrund seien mögliche Straftaten, hieß es. Dabei geht es auch um illegalen Drogenbesitz. Seit Jahren versuchen radikale Umweltaktivisten die Ausweitung des Braunkohletagebaus zu verhindern. Das NRW-Innenministerium verurteilt die gewalttätigen Aktionen.

(dpa/RP)
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