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Leichlingen/Düsseldorf
Aus für Bezirkspolizeibüros in NRW?

Leichlingen/Düsseldorf. Das Innenministerium hat die Eröffnung eines Bezirkspolizeibüros im Rathaus Leichlingen in letzter Minute platzen lassen. Stadt und NRW-CDU sind empört.

Die Möbel standen bereit, Kabel waren gelegt - alles war für die Eröffnung einer Anlaufstelle der Polizei Rhein-Berg im Leichlinger Rathaus vorbereitet. Nur noch die Unterschrift unter den Mietvertrag fehlte. Doch dann ließ das Innenministerium in Düsseldorf die für diese Woche geplante Eröffnung des Bezirksbeamten-Büros in letzter Minute platzen. Man wolle das Konzept, das hinter der Anmietung stehe, überprüfen, erklärte ein Ministeriumssprecher: Ergebnis offen. Leichlingens Bürgermeister Frank Steffes (SPD) ist empört, denn das Büro war nach der Schließung der Leichlinger Wache in diesem Jahr als Botschaft der Kreispolizei an besorgte Bürger gedacht gewesen, vor Ort ansprechbar zu bleiben.

"In Zeiten zunehmenden Sicherheitsbedürfnisses der Menschen so ein Signal zu setzen, ist eine Unverschämtheit", schimpfte Steffes. Als "absolut unsensibel", kritisierte auch der Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, so ein Vorgehen. Die CDU im Land reagiert alarmiert. "Ich will nicht annehmen, dass Sie plötzlich das gesamte Konzept von Bezirksanlaufstellen der Polizei in NRW in Frage stellen wollen", schrieb der CDU-Landtagsabgeordnete Rainer Deppe gestern an Innenminister Ralf Jäger (SPD).

Doch Leichlingen scheint kein Einzelfall zu sein. Auch in Wermelskirchen steht ein Büro, dessen Mietvertrag ausläuft, offenbar auf der Kippe: Miete zahlen ohne gute Besucherfrequenz - das könne man sich bei der Polizei nicht leisten, sagte der Ministeriumssprecher.

(peco)
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