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Düsseldorf
Brandschutz hat sich verbessert

Düsseldorf. In den Jahren 2013 und 2014 starben sechs Menschen bei 45 Klinikbränden. Von Thomas Reisener

Das Problem bei Krankenhausbränden ist, dass viele Patienten das Gebäude nicht aus eigener Kraft verlassen können. Sie müssen von Mitarbeitern des Krankenhauses oder von Rettungskräften aus der Gefahrenzone gebracht werden, wofür viel Personal notwendig ist. Krankenhäuser sind aber gerade nachts meist personell schlecht ausgestattet. Allein für die Jahre 2013 und 2014 dokumentierte der Bundesverband technischer Brandschutz genau 45 Brände in deutschen Krankenhäusern. Dabei starben sechs Menschen.

Jörg Reintsema, Professor für Technische Gebäudeausrüstung an der Technischen Hochschule Köln, sagt: "Große, wirklich verheerende Brände wie jetzt der in Bochum treten statistisch aber nur alle zehn Jahre auf." In Erinnerung ist noch ein Brand im St. Antonius-Krankenhaus in Wissen im Westerwald im August 2014, bei dem ein Patient ums Leben kam. Als Ursache wird eine im Bett rauchende Patientin vermutet. Als im Dezember 2013 ein Toter bei einem Brand in der sachsen-anhaltinischen Saale-Klinik zu beklagen war, wurde ein Brand in der Trafostation vermutet. Im November 2013 brach in einem Krankenhaus im hessischen Weilburg im Zimmer einer 78-jährigen Patientin ein Feuer aus. Sie starb vermutlich an einer Rauchgasvergiftung. Bei einem Brand im Essener Marienkrankenhaus im Juni 2013 kamen zwei Patienten ums Leben. Knapp 60 Patienten wurden in Sicherheit gebracht. Die Feuerwehr rettete zwei Patienten per Drehleiter. Und im Dezember 2009 starben drei Menschen in einem Zimmer eines Kölner Sterbehospizes bei einem Feuer. Drei weitere Bewohner wurden verletzt. Der Brand zerstörte die gesamte obere Etage des Gebäudes.

Insgesamt sei die Zahl solcher Krankenhaus-Großbrände rückläufig. Weil mit dem absoluten Rauchverbot in Krankenhäusern und dem flächendeckenden Einbau von Rauchmeldern "wirksame Gegenmaßnahmen verpflichtend eingeführt wurden", so Reintsema. Dass auch die Zahl der Personenschäden bei Krankenhausbränden rückläufig ist, hängt mit zwei anderen Maßnahmen zusammen: Erstens wurden alle Krankenhäuser verpflichtet, in ihren Abteilungen so genannte Brandabschnitte nachzurüsten: Technische Vorrichtungen wie Brandschutztüren, die sicherstellen, dass bestimmte Gebäudeteile selbst bei einem Großbrand 90 Minuten lang sicher sind. Zweitens werden in den Krankenhäusern inzwischen regelmäßig Evakuierungsübungen vorgenommen.

Quelle: RP
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