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Köln
"Die Männer haben mich richtig angestarrt"

Köln. Auch Tage später hat Julia Fehske noch ein ungutes Gefühl, wenn sie an die Silvesternacht denkt. Die 27-Jährige war mit Freunden am Kölner Rheinufer unterwegs, nach dem Feuerwerk wollten sie über die Hohenzollernbrücke auf die linke Rheinseite. Schnell war klar, dass am Hauptbahnhof etwas nicht stimmt. "Es war eine ganz merkwürdige Stimmung", so erinnert sie sich. Am Bahnhof habe sie sich total fremd gefühlt. "Es waren auffallend viele junge, fremdaussehende Männer, die kein Deutsch miteinander sprachen", erzählt Fehske. "Ich war froh, dass mein Freund dabei war und ich da nicht alleine durch musste. Die Männer haben mich richtig angestarrt." Viele der jungen Männer hätten ihr gegenüber außerdem anzüglich die Lippen gespitzt und Küsse zugeworfen. "So etwas habe ich noch nie erlebt", sagt die 27-Jährige. "Wir haben uns wirklich bedroht gefühlt." Sie habe sich am Tag danach auch gewundert, dass nicht über die Ereignisse berichtetet worden war.

Denn auch schon der Weg zum Bahnhof sei bedrohlich gewesen. Nachdem die Polizei die Domplatte geräumt hatte, stießen die Menschenmassen auf dem sehr schmalen Fußgängerabschnitt der Hohenzollernbrücke zusammen. "Es kam zu einer kleinen Panik, die Brücke wurde zu einem Nadelöhr", erzählt die Betriebswirtin. Teilweise seien die Menschen über Absperrungen geklettert, um sich über die Schienen einen Weg auf die andere Seite zu bahnen.

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