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Debatte nach Silvester
"Die Polizei braucht mehr Migranten in den eigenen Reihen"

Debatte nach Silvester: "Die Polizei braucht mehr Migranten in den eigenen Reihen"
Nur 13 Prozent der Polizeischüler sind Migranten. FOTO: dpa, frg fpt
Düsseldorf. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter wünscht sich mehr Migranten als Polizisten – auch aus den Maghreb-Staaten. Unter den Polizeischülern in Nordrhein-Westfalen sei bisher kaum einer aus Nordafrika. 

Oliver Huth, stellvertretender Vorsitzender des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) in NRW, sagt im Gespräch mit unserer Redaktion: "Die Polizei braucht dringend mehr Migranten, wir versuchen deshalb, das Bewerberfeld aufzufächern." Unter den Polizeischülern sei etwa kaum einer aus Nordafrika. Dies könnte aber helfen, um jugendliche Kriminelle aus Tunesien, Algerien und Marokko zu erreichen. "Die jungen Männer stammen aus patriarchalen Familien mit anderen Wertesystemen und anderen Normen. "Wir müssen uns überlegen, wie wir die erreichen können", sagt Huth. Zuvor hatte die Frankfurter Rundschau über die Idee berichtet. 

Nur 13 Prozent der Polizeischüler sind Migranten

"Die Polizei muss ein Spiegelbild der Gesellschaft sein – deshalb brauchen wir natürlich auch Beamte mit Migrationshintergrund", sagt ein Sprecher der Gewerkschaft der Polizei in Nordrhein-Westfalen. 13 Prozent der Polizeischüler in NRW stammten demnach aus anderen europäischen Ländern. Es sei jedoch realitätsfremd, grundsätzlich zu sagen, dass es für jede "Problemgruppe" Beamte aus demselben Herkunftsland brauche. "Das ist nicht machbar – auch wenn die Idee gut gemeint ist", sagt der Sprecher.  

Huth betont, dass er von Nordafrikanern aus der zweiten Generation spreche, die eine doppelte Staatsbürgerschaft haben. "Wir wollen künftig noch mehr für das Berufsbild werden, unter anderem in den Schulen." 

(hsr)
 
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