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Hamminkeln
Diebe knacken Milchautomaten

Hamminkeln. In den letzten zehn Tagen gab es mindestens 15 Fälle - zuletzt in Hamminkeln. Von Klas Libuda und Jessica Kuschnik

Das Schloss aufgebrochen, die Elektronik teilweise herausgerissen, und das für ein bisschen Wechselgeld. Fassungslos steht Petra Stenkamp vor dem Automaten an ihrem Hof in Hamminkeln, an dem man eigentlich frische Milch in Flaschen ziehen kann. "Das ist ziemlich ärgerlich für uns. Wer auch immer das war, hat die Kassette mit dem Wechselgeld mitgenommen und dabei einiges kaputt gemacht", sagt sie. Zwei Stunden nach der abendlichen Leerung war einem Bekannten der Familie aufgefallen, dass das Schloss an dem Automaten geknackt wurde. Mehrere Tage wird es nun dauern, bis ihre Kunden wieder Milch bekommen können.

Denn der Hersteller der Automaten hat derzeit viel zu tun mit der Instandsetzung - Petra Stenkamp ist nicht die einzige, deren Milchautomat in den vergangenen zehn Tagen aufgebrochen wurde. "Mir sind mindestens 15 Fälle bekannt", sagt Dirk Hensing, der die Automaten verkauft. Auch im Kreis Coesfeld, im Kreis Wesel und in Osnabrück wurden seit Anfang Februar sogenannte "Milchtankstellen" aufgebrochen. Die Polizeibehörden gehen davon aus, dass sich die Täter die Automaten ganz gezielt ausgesucht haben. "Das ist jemand, der kurz und schmerzlos und relativ leicht an Geld kommen will", sagte eine Sprecherin der Polizei Osnabrück. "Es geht hier ja auch nicht um Millionenbeträge."

Tatsächlich wurden immer nur kleine Summen entwendet, da die Automaten täglich geleert werden und bei rund einem Euro pro Flasche nie sonderlich viel Geld in den Kassetten liegt. Die Beute steht somit in keinerlei Verhältnis zum Sachschaden, betonte Dirk Hensing. "Die Reparatur der Automaten kostet im Schnitt zwischen 500 und 1200 Euro", sagt er. Der Automat selbst hat einen Wert von etwa 10.000 Euro.

Bislang gibt es keine Verdächtigen. Ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt, weiß man daher noch nicht. "Wir gehen aber nicht davon aus, dass eine Profibande am Werk ist, weil das Verhältnis von Beute und der Gefahr nicht zusammenpasst", heißt es bei der Polizei im Kreis Coesfeld. Erbeutet wurden stets zwischen 80 und 200 Euro Münzgeld. "Für Profis lohnt sich das einfach nicht. Da kommt nicht genug zusammen."

Im Gegensatz zu Stenkamp hat Milchbauer Hubert Reinert seinen Automaten in Billerbeck mit Kameras gesichert. Genutzt hat es ihm nichts: Am 6. Februar wurde auch sein Automat aufgebrochen. Er vermutet, dass der Dieb von den Kameras wusste. Von der Aufbruchserie abschrecken lassen wollen sich die Betreiber nicht. "Wir lassen uns davon nicht abhalten", teilte Reinert seinen Kunden über Facebook mit. Und auch der Automat in Hamminkeln soll bald wieder in Betrieb gehen. "Wenn das in drei Wochen wieder passiert, und dann in weiteren drei Wochen wieder, müssen wir uns natürlich Gedanken machen, welche Maßnahmen wir ergreifen können", sagt Petra Stenkamp.

Quelle: RP
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