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Norbert Wesseler
Düsseldorf weiter im Fokus von Attentätern

Der Düsseldorfer Polizeipräsident sieht aktuelle Veranstaltungen aber nicht gefährdet.

War Ihnen im Laufe der vergangenen Monate mal mulmig zumute?

Norbert Wesseler Nicht wirklich. Wir kannten ja die Namen und hatten die Personen im Blick. Und wir konnten davon ausgehen, dass dieser Kreis noch gar nicht in der Lage war, einen Anschlag zu verüben.

Woher kamen diese Erkenntnisse?

Wesseler Unsere eigenen Leute haben die Ermittlungen geführt, standen in Kontakt mit den französischen Behörden, mit dem GTAZ (Gemeinsames Terrorabwehrzentrum in Berlin, Anm. d.Red.) und anderen Behörden. Die Zusammenarbeit war hervorragend.

Ist das, was Sie wussten, auch in die Anforderungen eingeflossen, die Sie an die Konzepte für den Rosenmontag und Japantag gestellt haben?

Wesseler Wir beurteilen die Sicherheitslage in der Stadt ständig aktuell, und wenn es einen Anlass gegeben hätte, die Anforderungen an die Sicherheitskonzepte der Großveranstaltungen anzupassen, hätten wir das getan. Den gab es aber nicht.

Der Generalbundesanwalt hat die Pläne ja sehr konkret bekanntgemacht. Können wir jetzt davon ausgehen, dass die Gefahr gebannt ist?

Wesseler Wir haben zu diesen konkreten Personen alle Spuren und Hinweise abgearbeitet. Das ist erst einmal beruhigend. Aber natürlich kann ich nicht ausschließen, dass es noch andere Personen gibt, die einen Auftrag für einen Anschlag in Düsseldorf haben. Dass wir wie jede andere Großstadt im Fokus stehen, ist aber nichts Neues.

Wäre es aus kriminalistischer Sicht nicht besser gewesen, diese Zelle noch länger zu beobachten, um mehr über Strukturen in der Szene zu erfahren?

WEsseler Nein. Ich finde, es war ein gutes und richtiges Zeichen, die Gruppe jetzt festzusetzen und klarzumachen, dass auch die Verabredung zu einem Verbrechen in unserem Land eine Straftat ist, die auch tatsächlich bestraft wird.

Was bedeutet das für andere Veranstaltungen in Düsseldorf?

Wesseler Auch da gilt: Wir bewerten aufgrund aktueller Erkenntnisse. Wenn es neue Erkenntnisse gäbe, aufgrund derer die Sicherheit gefährdet wäre, würden wir eine Veranstaltung gegebenenfalls absagen.

Und das dann auch offen mit einer Terrorwarnung begründen?

Wesseler Natürlich. Das wäre nicht das erste Mal - siehe Länderspiel in Hannover. Die Bürger wissen um die abstrakte Terrorgefahr. Warum sollten wir etwas anderes sagen?

Einige Landtagsabgeordnete waren empört, weil sie nicht informiert waren. Haben Sie dafür Verständnis?

WEssler Nein. Das sind hochsensible Ermittlungen, die auch in unserem Haus nicht jeder kannte. Der Erfolg dieser Arbeit hat auch damit zu tun, dass der Kreis derer, die davon wussten, sehr klein war.

S. GEILHAUSEN FÜHRTE DAS GESPRÄCH. EINE LANGFASSUNG LESEN SIE UNTER WWW.RP-ONLINE.DE/WESSELER

Quelle: RP
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