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Duisburg
Duisburger A40-Brücke muss noch zehn Jahre halten

Duisburg. Noch mehr Risse und tiefer als gedacht - das macht die Duisburger Autobahnbrücke der A 40 zum Sorgenkind des Straßenbaus in NRW. Nicole de Witt, Brückenexpertin vom Landesbetrieb Straßen NRW, will ihr trotzdem noch zehn Jahre abringen. "Wir machen uns keinerlei Sorgen, dass sie einstürzen könnte", sagt sie. "Das Bauwerk ist am Ende. Aber wir halten die Brücke noch gut zehn Jahre aufrecht, bis der Ersatz fertig ist." So lange muss wohl weiter geschweißt werden.

Für viele Spediteure eine untragbare Situation. Sie fürchten, dass sich derartige Probleme noch zuspitzen könnten. "Es gibt etwa 39 000 Fernstraßen-Brücken und davon ist bisher nur ein minimaler Prozentsatz untersucht", moniert Udo Stern, Geschäftsführer der Blue Star Cargo GmbH. "Von den bisher gerade mal 152 in NRW untersuchten Brücken sind 71 marode - wir stehen also erst am Anfang des von der Politik angekündigten Jahrzehnts der Staus, Umleitungen, Zusatzkosten und Zusatzbelastungen für uns und unsere Umwelt."

Seit sechs Wochen dürfen Lkw über 3,5 Tonnen die Querung in Richtung Essen nicht mehr passieren. Der übrige Verkehr rollt einspurig. Etwa 20 Stellen hat eine Spezialfirma bislang geschweißt. Anfang Mai beginnen die Arbeiten auf der Gegenseite in Richtung Venlo. Ab Jahresmitte soll der Verkehr für Lkw wieder freigegeben sein, so das NRW-Verkehrsministerium.

Darauf möchte Udo Stern nicht warten. Von der Landesregierung fühlt er sich im Stich gelassen. Mit einem offenen Brief will er sich daher direkt an Bundeskanzlerin Angela Merkel wenden. "Die Brückenproblematik wird deutschlandweit zunehmend bedrohlicher", sagt er.

(jeku/dpa)
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