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Düsseldorf
Einbrecherbande gefasst

Düsseldorf. Der Hinweis einer Anwohnerin hat dazu geführt, dass die Düsseldorfer Polizei eine landesweit agierende Bande fassen konnte. Bei den drei Verdächtigen handelt es sich um Asylbewerber. Ihre Beute wird auf 26.000 Euro geschätzt. Von Oliver Burwig

Viel ist nicht übrig geblieben vom Diebesgut, das drei Männer auf ihrem Beutezug durch elf verschiedene Städte in ganz NRW gestohlen haben sollen. Uhren, Schmuck, Münzen, Technik und weitere Gegenstände im geschätzten Gesamtwert von 26.000 Euro sollen sie erbeutet, die wertvollsten Stücke jedoch sofort zu Geld gemacht haben. Auf die Spur gekommen war die Polizei den Männern durch einen Tipp von einer aufmerksamen Anwohnerin.

Am 27. Oktober ging ihr Anruf bei der Düsseldorfer Polizei ein: Ein Fahrzeug solle auffällig zwei Personen verfolgen, die auf dem Gehweg unterwegs waren. Das Kennzeichen des Wagens gab den Beamten Hinweise zur 38-jährigen Fahrzeughalterin. Zwei Wochen überwachten Beamte der Ermittlungskommission (EK "Poet") - benannt nach dem von Einbrüchen geplagten Düsseldorfer Dichterviertel - die dreiköpfige Gruppe.

Am 30. November gelang es der Polizei schließlich, sie bei der Heimfahrt nach einem Einbruch in Soest aufzugreifen - den Kofferraum voll mit Diebesgut, Handschuhen und Tatwerkzeugen. Die Männer (31, 32 und 43 Jahre alt) wurden sofort festgenommen, für die Fahrzeughalterin habe kein Haftgrund vorgelegen. Bei der Durchsuchung der Wohnung der Täter fand sich die Beute von mindestens 18 weiteren Einbrüchen, mit der genauen Zuordnung ist die Polizei derzeit noch beschäftigt.

Laut der Leiterin der "EK Poet", Maria Allersmeier, handelt es sich um eine "hochaktive Tätertruppe, die nahezu täglich, sieben Tage die Woche" Einbrüche verübt haben soll. Dabei seien die Männer professionell vorgegangen, hätten sogar extra das Fahrzeug einer Bekannten ohne Strafregister zum Transport benutzt. Ihre Ziele fanden sie unter anderem in Düsseldorf, Korschenbroich, Wesel, Solingen und Essen. Mindestens zwei Taten hätten die Einbrecher in jeder Stadt begangen, teilweise am selben Tag. Bei den Männern soll es sich Allersmeier zufolge um Asylbewerber aus Südosteuropa handeln, die aus sogenannten "sicheren Herkunftsländern" stammen und daher "wenig Chancen" hätten, hierbleiben zu dürfen. Sie wohnten nach ihrer Antragstellung im September allerdings nicht im ihnen zugewiesenen Flüchtlingsheim, sondern in einer Privatwohnung in Wuppertal. Aus diesem Grund sei einer der Männer bei der Polizei auch bereits aktenkundig gewesen. "In ihrem eigenen Beritt haben sie übrigens keine Taten begangen", sagte Allersmeier.

Die ortsübergreifende Ermittlungsarbeit durch die Düsseldorfer Kommission habe laut Dieter Töpfer, Leiter des Kommissariats für Wohnungseinbrüche, gezeigt, dass man es "mit überaus mobilen Tätern" zu tun habe. Nach dem Tipp durch die Anwohnerin habe man die Truppe zwar zunächst überwacht, sich dann aber auf Informationen anderer Polizeibehörden und das bundesweite Datennetz stützen müssen. Der Düsseldorfer Polizeipräsident Norbert Wesseler wies mit Hinblick auf den Tipp der Anwohnerin auch darauf hin, "wie wichtig die Hinweise aus der Bevölkerung" und die präventive Aufklärungsarbeit der Polizei seien.

Noch eine weitere dreiköpfige Einbrechertruppe fasste die Polizei am Donnerstagabend in Duisburg. Wie Töpfer gestern bekanntgab, hätten Beamte in Düsseldorf-Wittlaer bei einer Schwerpunkt-Überwachung ein Auto mit mehreren "verdächtigen Personen" entdeckt. Ein Abgleich des Kennzeichens mit der Datenbank habe sehr schnell gezeigt, dass das Auto im Zusammenhang mit einem Einbruch registriert war. Auf dem Weg nach Duisburg, wo die Männer (35, 25 und 23 Jahre alt) - ebenfalls Südosteuropäer - wohnten, stoppte sie die Polizei. Im Wagen fanden sich Einbruchswerkzeug und Beute, weiteres Diebesgut stellten Beamte in der Wohnung sicher.

Quelle: RP
 
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