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Rom/Düsseldorf
Eine Grubenlampe für den Papst

Rom/Düsseldorf. Bei einem Treffen führte die Ministerpräsidentin mit Franziskus ein "zu Herzen gehendes Gespräch".

Bewegende Premiere für die NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) im Vatikan: Zum ersten Mal wurde die Regierungschefin zu einer Privataudienz von Papst Franziskus in Rom empfangen. Als Zeichen für die Integrationsbemühungen des Landes nahm Kraft am Samstag einen 15-jährigen Flüchtling aus Afghanistan mit. Jawid hatte sich allein nach Deutschland durchgekämpft und lebt bei einer Familie in Euskirchen.

"Ich weiß, dass den Papst das Thema Flüchtlinge sehr bewegt", sagte Kraft nach der halbstündigen Audienz vor Journalisten. "Und mich bewegt es auch." Vor wenigen Monaten habe sie Familien getroffen, die unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aufgenommen hätten. Die Gespräche gingen ihr "nicht aus dem Herzen". NRW habe rund 12.500 junge unbegleitete Flüchtlinge aufgenommen. Dass sie Jawid mit nach Rom genommen habe, solle auch ein Zeichen für das Engagement vieler Ehrenamtlicher sein.

Als Geschenk überreichte Kraft dem Papst eine historische Grubenlampe. NRW sei ein Land, in dem es angesichts der Geschichte des Bergbaus immer Migranten gegeben habe, die integriert werden mussten, sagte Kraft. Die Grubenlampe nahm die Regierungschefin als Beispiel für die lebenswichtige Solidarität der Kumpel unter Tage. Zur Delegation Krafts gehörten auch der Vater und eine Tochter der Pflegefamilie sowie die stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann (Grüne).

Kraft betonte: "Ich bin eine überzeugte Christin." Sie sei streng katholisch erzogen worden und später in die evangelische Kirche eingetreten. Der Papst habe eine "unglaubliche Ausstrahlung" und schaue einem "tief in die Seele". Aber am Anfang der Audienz habe sie das gar nicht so gemerkt, sagte Kraft. "Da war ich viel zu nervös." Aber es sei "ein wirklich zu Herzen gehendes Gespräch" gewesen, twitterte sie später.

(dpa)
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