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Dormagen
Ertappte Einbrecher waren erst zehn und zwölf Jahre alt

Dormagen. Erneut sorgt in Dormagen eine Straftat von Kindern für Aufsehen. Nachdem dort am Dienstag ein 14 Jahre alter Junge einen großen Gelenkbus gestohlen und damit rund 30 Kilometer über die Autobahn gefahren war, erwischte die Polizei am Mittwoch - wieder im Ortsteil Hackenbroich - einen Zehn- und einen Zwölfjährigen nach einem versuchten Wohnungseinbruch. Vertreter des Jugendamtes vermuten, dass die Jungen, deren Eltern nicht ausfindig gemacht werden konnten, von einer Bande erwachsener Drahtzieher zu Diebstählen angeleitet worden sind. Von Stefan Schneider

Die Kinder, die zunächst von einer Zeugin vertrieben worden waren, hatten später offenbar versucht, mit einem Auto mit Oberhausener Kennzeichen zu fliehen und bereits den Motor angelassen. Als eine weitere Zeugin sie ansprach, stiegen sie aus und wechselten an einer Haltestelle in einen Linienbus. Eine Streifenwagenbesatzung stoppte den Bus und nahm die beiden Jungen mit zur Wache. Dort stellte sich heraus, dass die Kinder schon des Öfteren durch Straftaten aufgefallen waren, insbesondere durch Wohnungseinbrüche. In dem Auto mit Oberhausener Nummernschild fanden die Ermittler zwei teure Uhren und Werkzeug, das oft bei Einbrüchen genutzt wird. Wem der Wagen, ein Ford Ka, gehört, konnte zunächst nicht geklärt werden. "Nach ersten Erkenntnissen wurde das Fahrzeug von seiner ehemaligen Besitzerin verkauft, aber nicht ab- beziehungsweise umgemeldet", teilte die Polizei gestern mit.

Die jungen Einbrecher wurden über Polizei und Jugendamt in die Obhut einer Jugendeinrichtung in Kaarst-Büttgen gebracht, aus der sie allerdings nach kurzer Zeit flüchten konnten. Sie einem Haftrichter vorzuführen, ist aufgrund ihrer Strafunmündigkeit nicht möglich. Martin Hüsch, der sich in Dormagen als Koordinator der Jugendhilfe in Strafverfahren (früher Jugendgerichtshilfe) mit besonders schweren Fällen befasst, brachte dennoch die Möglichkeit sogenannter freiheitsentziehender Maßnahmen bis zu sechs Wochen ins Gespräch. Die kommen bei Selbst- oder Fremdgefährdung von Kindern in Betracht.

Quelle: RP
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