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Bochum
Ex-Agent Werner Mauss steht in Bochum vor Gericht

Bochum. Das wird kein leichter Gang: Der legendäre Ex-Agent Werner Mauss, der jahrzehntelang als Geheimwaffe der Bundesregierung in heiklen Missionen galt, muss auf die Anklagebank. Heute ist es soweit. Die Bochumer Staatsanwaltschaft wirft dem 76-Jährigen Steuerhinterziehung vor. Es geht um rund 15 Millionen Euro. Sollte sich der Vorwurf bestätigen, drohen mehrere Jahre Haft. Laut Anklage hat Mauss zwischen Oktober 2003 und März 2015 im Ausland erhebliche Kapitalerträge erzielt, von denen die Finanzbehörden angeblich keinerlei Kenntnis hatten. Dabei spielen vor allem Stiftungen und Nummernkonten eine Rolle, die der 76-Jährige gleich unter drei Alias-Namen geführt haben soll - in Luxemburg, Liechtenstein und auf den Bahamas. In den Jahren 2012 und 2013 soll er bei dem damals für ihn zuständigen Finanzamt in Essen gar keine Steuererklärung mehr abgegeben haben.

Die Ermittler waren Mauss durch eine Steuer-CD aus Liechtenstein auf die Spur gekommen. Um die Vorwürfe zu untermauern, hat die Staatsanwaltschaft zehn Zeugen benannt, von denen viele aus dem Ausland kommen sollen - unter anderem aus dem Vatikan, aus Israel und aus Brasilien. Ob sie wirklich anreisen und vor dem Bochumer Landgericht aussagen müssen, ist allerdings noch offen.

Im Prozess vor der 2. Strafkammer des Bochumer Landgerichtes wird es vor allem darum gehen, wem die millionenschweren Vermögen und damit auch die Gewinne im Ausland zuzuordnen sind. Die Richter haben zunächst neun Verhandlungstage bis zum 19. Dezember vorgesehen.

Mauss hatte erst vor wenigen Monaten im Zusammenhang mit der Enthüllungsaffäre um die "Panama Papers", bei denen es um Briefkastenfirmen in Panama geht, den Vorwurf der Steuerhinterziehung vehement zurückgewiesen.

(dpa)
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