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Düsseldorf
Ex-BLB-Chef bestreitet Vorwürfe

Düsseldorf. Der Prozess um die millionenschwere Korruptionsaffäre geht weiter.

Im Prozess um die millionenschwere Korruptionsaffäre bei NRW-Bauvorhaben hat der Hauptangeklagte zum ersten Tatkomplex ausgesagt und eine Straftat bestritten. "Ich habe den Kaufpreis nicht verraten", sagte der Ex-Chef des landeseigenen Baubetriebs BLB, Ferdinand Tiggemann (67), gestern vor dem Düsseldorfer Landgericht im Zusammenhang mit dem geplanten Verkauf des Landesbehördenhauses in Bonn. Damit wies er den Vorwurf des Verrats von Dienstgeheimnissen zurück. Tiggemann ist wegen Bestechlichkeit, Untreue und Verrat von Dienstgeheimnissen angeklagt. Außerdem müssen ein Rechtsanwalt aus Bad Neuenahr und der ehemalige Leiter der BLB-Niederlassung Aachen auf die Anklagebank.

Der Prozess war am ersten Verhandlungstag in der vergangenen Woche nach wenigen Minuten vertagt worden, weil einer der Angeklagten fehlte. Der 68-Jährige habe sich inzwischen für sein Fernbleiben entschuldigt, teilte eine Gerichtssprecherin mit. Daraufhin sei der Haftbefehl gegen ihn außer Kraft gesetzt worden.

Dem Steuerzahler sollen durch die BLB-Affäre Schäden in Millionenhöhe entstanden sein. Die prominentesten Fälle: Justizzentrum Düsseldorf Tiggemann soll Informationen über das Bauvorhaben an einen Makler verraten haben, der bereits zu einer Gefängnisstrafe verurteilt worden ist. Daraufhin seien die Grundstücke dem Land vor der Nase weggeschnappt worden. Um noch an die Flächen zu kommen, zahlte der NRW-Baubetrieb einen Millionenaufschlag. Die Folge: Vier Millionen Euro Schaden für das Land. Schlösser-Brauerei Für das Gelände soll der Preis von 15 auf 17 Millionen Euro hochgetrieben worden sein. Tiggemann soll mindestens 138.000 Euro erhalten haben. Er hatte behauptet, den Preis von 21 auf 17 Millionen Euro gedrückt zu haben.

Polizeipräsidium Köln Der Rechnungshof bemängelte einen schweren Vergabeverstoß - Folge: Mehrbelastung von 55 Millionen Euro für das Land. Der strafrechtlich relevante Schaden liegt bei acht Millionen Euro, weil Tiggemann ohne Wertermittlung das notwendige Grundstück für 17,2 Millionen Euro gekauft habe. Der reine Bodenwert habe deutlich darunter gelegen.

(dpa)
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