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Düsseldorf
Experten uneins über neuen Kinder-Beauftragten in NRW

Düsseldorf. Braucht NRW wieder einen Beauftragten für Kinder und Jugendliche? Darüber gingen bei einer Expertenanhörung im Landtag die Meinungen auseinander. Der Kinderschutzbund hält eine solche Stelle zur Stärkung der Kinderrechte für "unverzichtbar". Es sei erschreckend, dass landesweit kaum Kenntnis über die Rechte der Kinder (etwa auf Schutz, Gleichbehandlung, Bildung und freie Meinungsäußerung) herrsche. Allerdings müsse der Beauftragte weisungsungebunden sein. Schließlich gelte es, alle Gesetzes- und Verwaltungsvorhaben daraufhin "kritisch-konstruktiv" zu prüfen, ob die Rechte der jungen Menschen gewahrt blieben, so Marlies Herterich vom Kinderschutzbund NRW.

Ähnlich äußerte sich der Jugendforscher Manfred Liebel (Berlin). Er erinnerte daran, dass NRW bereits einen Kinderbeauftragten gehabt habe. Leider sei nach seinem Ausscheiden 2002 diese Stelle nicht wieder besetzt worden.

Skeptisch zeigte sich der Kinder- und Jugendrat NRW. "Jugendliche wünschen sich eine direkte Art der Beteiligung. Ein Landesbeauftragter wäre nur ein weiterer Funktionär auf Landesebene", hieß es. Paula Hovestadt appellierte an die Schulen, den Kindern Kenntnisse über ihre Rechte zu vermitteln. Das sei "viel sinnvoller" als ein Landesbeauftragter. Lediglich die Piraten machten sich uneingeschränkt für einen solchen Posten stark. Bernhard Tenhumberg (CDU) kann sich immerhin vorstellen, dass ein Beauftragter vom Jugendparlament gewählt wird. Ein solches Gremium gibt es allerdings in NRW noch nicht.

(hüw)
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