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Essen
Explosion in Essener Sikh-Tempel

Terror-Anschlag: Explosion auf Sikh-Hochzeit in Essen
Terror-Anschlag: Explosion auf Sikh-Hochzeit in Essen FOTO: ap
Essen. Ein maskierter Täter soll einen Sprengsatz bei einer Hochzeit deponiert haben.

In einem Sikh-Tempel in Essen hat es eine Explosion mit mehreren Verletzten gegeben. Die Explosion ereignete sich nach einer Hochzeitsfeier am Samstagabend in der Eingangshalle, wie die Polizei mitteilte. Dabei wurde ein Mann schwer verletzt, der im Krankenhaus behandelt werden musste. Zwei weitere Männer kamen mit leichten Verletzungen davon. Zahlreiche Fenster waren zerborsten, ein Teil der Fassade vom Haus zerstört. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund lägen bislang nicht vor, erklärte die Polizei.

Es hatte Hinweise auf einen flüchtigen Tatverdächtigen gegeben, der maskiert gewesen sein soll. Die Polizei nahm vorübergehend Insassen eines bei den ersten Fahndungsmaßnahmen festgestellten Fahrzeugs fest. Da sich ein Tatverdacht jedoch nicht erhärtet habe, seien sie wieder entlassen worden. Der Verdächtige soll einen Sprengsatz geworfen oder vor dem Gebetsraum einer Sikh-Gemeinde in Essen abgelegt haben, in dem die Hochzeit gefeiert wurde. "Wir hatten Riesenglück, dass zum Zeitpunkt der Explosion nur noch ganz wenige Menschen in dem Raum waren", sagte der Polizeisprecher.

In der Essener Sikh-Gemeinde Gurdwara Nanaksar, die mit etwa 200 Mitgliedern zu den größten in NRW zählt, sitzt der Schreck tief. Ihr Vorsteher und der Tempel stehen nun unter Polizeischutz. Indiens Generalkonsul Raveesh Kumar besuchte gestern Essen. Er habe sich in einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister Thomas Kufen (CDU) und dem Polizeipräsidenten bestürzt gezeigt von dem Anschlag, aber betont, dass sich die Gemeinde in der Ruhrgebietsstadt wohlfühle, sagte der Polizeisprecher.

Sikhs sind streng gläubige Anhänger einer religiösen Reformbewegung, die im 15. Jahrhundert in Nordindien entstand. Sie haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder mit Angriffen auf Mitglieder konfrontiert gesehen - etwa 2012 bei einer Schießerei in einem Sikh-Tempel im US-Staat Wisconsin mit sieben Toten. Für die Sikhs selbst gilt dagegen der Grundsatz der Toleranz gegenüber anderen Religionen. In Deutschland leben um die 15.000 Sikhs.

(epd/dpa)
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