Kontinuität
Die Helaba setzt auf Qualität
Kontinuität: Die Helaba setzt auf Qualität
Einst war die WestLB ein führendes Finanzinstitut in Düsseldorf. Große Teile des Geschäfts hat die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) übernommen. Deren Hauptsitz ist in Frankfurt am Main (rechts). FOTO: dapd/ddp
Quasi über Nacht ist nach der Übernahme des Zertifikate-Geschäfts der WestLB durch die Helaba (Landesbank Hessen-Thüringen) einer der größten Zertifikate-Anbieter Deutschlands entstanden. Entwickelt werden die Produkte weiterhin auch in Düsseldorf. Von José Macias

Made in Düsseldorf – das war bislang ein Kennzeichen der Zertifikate, die bei der WestLB in der NRW-Landeshauptstadt entwickelt wurden. Damit hatte sich die Landesbank eine gute Position verschafft, denn im Zertifikate-Geschäft zählte sie mit einem Volumen von rund 13 Milliarden Euro zu den großen Playern. Mit der Überführung des Verbundgeschäfts der WestLB zur Helaba ist auch das Zertifikate-Geschäft zu den Hessen gewandert. Allerdings haben diese es geschickt verstanden, das Know-how aus Düsseldorf zu integrieren. So verbleibt die innovationsstarke Zertifikate-Abteilung der alten WestLB weiter am Rhein – eine feinfühlige Entscheidung der Hessen. "Die Helaba setzt in Düsseldorf weiterhin auf Know-how und Kontinuität", freut sich Frank Haak, Produktmanager der Helaba und bei der WestLB bereits lange Jahre in dieser Position verantwortlich.

Auch die Kunden profitieren von dieser Entwicklung. Der Großteil der Zertifikate (mit einigen Ausnahmen aus dem institutionellen Geschäft) wurde nämlich von der Helaba im Zuge der Überführung übernommen – mit allen Pflichten. "Für den Kunden ändert sich eigentlich nichts: Alle Papiere behalten weiter ihre Gültigkeit, mit dem Unterschied, dass Zinszahlungen und Auszahlungen bei Fälligkeit nun von der Helaba übernommen werden", erläutert Haak.

Auch die Helaba hat in der Vergangenheit Zertifikate emittiert, allerdings mit einem Volumen von rund drei Milliarden Euro in einer deutlich kleineren Dimension. Die nun zusammengefasste Zertifikate-Plattform katapultiert die Helaba indessen weit nach oben: Über Nacht ist sie damit zu einem der führenden Zertifikate-Emittenten in Deutschland aufgestiegen. So meldete der Branchenverband Deutscher Derivate Verband (DDV) vor wenigen Tagen, dass die Deutsche Bank in diesem Segment ihre Spitzenposition mit einem Marktanteil von 16,3 Prozent verteidigen konnte – allerdings liegt die Helaba in der Topliste nur noch hauchdünn mit ebenfalls 16,3 Prozent direkt dahinter. Mehr noch: Im Segment Anlageprodukte ist die Landesbank inzwischen die Nummer eins.

"Die Marktführerschaft steht bei uns nicht unbedingt im Vordergrund, für uns ist nachhaltiges Wachstum mit entsprechender Qualität umso wichtiger", ergänzt Frank Haak. Konservativ bleibt der Emittent Helaba auch bei den Produkten. Risikofreudige Optionsscheine etwa findet man bei der Landesbank nicht. Verständliche, einfache Produkte wie Aktienanleihen, Zins- und Kapitalschutz-Zertifikate prägen das Portfolio des Angebots made by Helaba. Hier verweist die Helaba auf die Vielzahl an Produkten, die das Haus anbietet und vornehmlich über den Sparkassenverbund vertreibt. "Auch an unserer Strategie hat sich im Grundsatz nichts geändert: Wir richten uns weiterhin konsequent auf die Bedürfnisse von Sparkassen und deren Kunden aus."

Die neue Plattform baut zudem auf den Qualitäten der Vorgängerin auf: Ein Großteil des WestLB-Zertifikate-Teams begleitet das Geschäft zusammen mit den Frankfurter Kollegen weiter, und auch die bestehenden Service- und Informationskanäle wurden weiter ausgebaut. Hotline, E-Mail-Kontakt-Service und eine neue Webseite (www.helaba-zertifikate.de) unterstreichen die Aussage, den Qualitätsgedanken konsequent weiterführen zu wollen. An Innovationen wird es nach Angaben des Produktmanagers ebenfalls nicht fehlen. So plant der Emittent für das Jahr 2013 neue Express-Zertifikate und auch neue Produkte aus dem Segment Rohstoffe. "Auch Aktienprodukte werden wir nicht aus dem Auge verlieren, denn nur über die Beimischung solcher Produkte lassen sich in Zukunft vernünftige Renditen erzielen", ist Produktmanager Frank Haak überzeugt.

Quelle: RP