Geschlossene Fonds
Unabhängige Beratung zunehmend gefragt
Die DAB Bank stellt ein steigendes Interesse von Anlegern an einer Vermögensverwaltung fest, die sich nicht an Provisionen orientiert. Von Jürgen Grosche

Noch haben Unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland einen vergleichsweise geringen Marktanteil – in den USA oder der Schweiz nutzen mehr Anleger die Expertise der Finanzprofis, die ihre Kunden unabhängig von Interessen des Produktverkaufs beraten. Aber vieles deutet darauf hin, dass das Interesse auch hierzulande gerade zunimmt.

"Wir stellen zurzeit ein Umdenken fest", sagt Robert Fuchsgruber. Der Abteilungsleiter B2B Consulting pflegt den Kontakt mit Unabhängigen Vermögensverwaltern und bekommt so einen profunden Markteinblick. Denn von rund 550 Unabhängigen Vermögensverwaltern in Deutschland arbeiten etwa 370 mit der DAB zusammen. Rund 70 000 Kunden der Geldverwalter haben ihre Depots mit einem Gesamtvolumen von 14 Milliarden Euro bei der Direktbank.

"Uns ist dieses Geschäftsmodell sehr wichtig, denn wir sind davon überzeugt, dass Unabhängige Vermögensverwalter ihren Kunden einen veritablen Mehrwert bieten", erklärt Fuchsgruber. Die Bank unterstützt die Finanzprofis beim Start ihres Unternehmens, bei der Erfüllung der regulatorischen Anforderungen und bei vielen anderen Themen.

Wenn Fuchsgruber die Entwicklung der Depots betrachtet, erkennt er darin auch ein Anziehen der Nachfrage nach unabhängiger Beratung: "Wir registrieren ein Wachstum der Netto-Anlagemittel." Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Zum einen sind immer mehr Anleger unzufrieden mit dem, was der Berater klassischer Banken bieten. Es spricht sich herum, dass dort Provisionen ein treibender Faktor des Geschäfts darstellen, während die Unabhängigen Vermögensverwalter durch die Gestaltung ihrer Honorare kein Interesse am Verkauf von Produkten haben, sondern auf den Zuwachs des von ihnen verwalteten Vermögens bedacht sind.

Darüber hinaus wird es angesichts des niedrigen Zinsniveaus immer schwerer, risikoarm Renditen zu erwirtschaften, die das Vermögen erhalten. Denn darauf kommt es den Anlegern heute an: "Da sind kaum noch Renditejäger dabei", stellt Fuchsgruber fest. Doch ohne Risiken Renditen zu erzielen, die über der Inflationsrate, den Steuern und den Kosten liegen, das ist heute nicht mehr möglich. Denn die Zinsen von Fest- und Tagesgeldern zum Beispiel liegen ebenso wie Kupons von Anleihen, die als sicher gelten, oftmals unter der Inflationsrate.

"Den Anlegern bleibt daher nur noch das Investment in Aktien und andere Anlageklassen, die Fachkenntnisse erfordern", resümiert Fuchsgruber. Darin sieht er denn auch die neuen Chancen für die Unabhängige Vermögensverwaltung: "Für das aktive Vermögensmanagement sind Profis gefragt, die sich auskennen." Und in der Zusammenarbeit der Finanzprofis mit der Direktbank erkennt er auch Vorteile für die Kunden: "Die Geldanlage geschieht zu einem günstigeren Preis als bei etablierten Banken." Fuchsgruber ist daher überzeugt, dass dieses Modell weiter wächst: "Wir sind gespannt, wie es nun weiter Fahrt aufnimmt."

Quelle: RP