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Düsseldorf
FDP: Rot-Grün vernachlässigt Gymnasien gezielt

Düsseldorf. Schulministerin Sylvia Löhrmann rechnet damit, dass auch in den kommenden Jahren in NRW neue Gesamt- und Sekundarschulen eingerichtet werden. Immer mehr Kommunen entschieden sich für längeres gemeinsames Lernen. Seit 2012 seien 73 neue Gesamtschulen entstanden; zum Schuljahr 2014/15 werde es voraussichtlich 110 Sekundarschulen geben, sagte die Grünen-Politikerin in einer Landtagsdebatte über den Schulkonsens von 2011. Löhrmann: "Der Schulkonsens wirkt in einem Maß, das unsere Erwartungen übertrifft." Von Detlev Hüwel

Auch CDU-Chef Armin Laschet lobte den Konsens. Er räumte ein, dass es ein Fehler der schwarz-gelben Regierung gewesen sei, nicht genügend Schul-Kooperationen ermöglicht zu haben. Durch den von Rot-Grün und CDU getroffenen Schulkonsens sei der Fortbestand der Gymnasien gesichert worden. SPD-Chefin Hannelore Kraft habe sich nämlich in früheren Jahren gegen das gegliederte Schulsystem gewandt und "eine Schule für alle" gefordert. Weil Kraft per Zwischenruf bestritt, dies so gesagt zu haben, zitierte Laschet aus einem Interview vom August 2007, in dem sie ihre Vision so beschrieben hatte: "Alle Kinder sind an einer Schule mit einem Lehrerkollegium. Es gibt kein Gymnasium mehr, keine Hauptschule mehr und auch keine Realschule und keine Gesamtschule mehr, sondern alle Schulen werden Gemeinschaftsschulen."

FDP-Chef Christian Lindner warf der Union vor, dem Konsens zugestimmt zu haben, weil sie damals nach einer großen Koalition in NRW getrachtet habe. Löhrmann wolle nach wie vor eine einheitliche Schulform für alle. Insofern sei der Konsens von 2011 das "Trojanische Pferd" rot-grüner Bildungsideologie. Löhrmann singe "das Hohe Lied des Elternwillens", doch in Wirklichkeit werde deren Wahlfreiheit immer stärker eingeschränkt. Die Landesregierung vernachlässige die Gymnasien gezielt, obwohl es die beliebteste Schulform sei. Laschet forderte die Regierung auf: "Sorgen Sie für ein gutes G8" - dann hört der Protest auf". Außerdem sprach er sich für Schulverwaltungsassistenten und gegen eine "Inklusion mit der Brechstange" aus.

Quelle: RP
 
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