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Duisburg
Flüchtlinge distanzieren sich von Gewalt in Köln

Duisburg. Die Übergriffe in Köln sorgen auch in Flüchtlingsunterkünften für Diskussionsstoff. Asylbewerber fürchten, dass sich ihre Situation verschärfen könnte. "Die meisten sind schockiert über das, was passiert ist", sagt Youssef Chemao von der Flüchtlingshilfe "mehr". Einige fürchteten nun neue Gesetze, die es ihnen erschweren, ihre Familien nachzuholen.

Der Syrer Azad Khalil (40) wohnt in einer Unterkunft in Duisburg und kann nicht verstehen, wie sich die Männer in Köln so gehen lassen konnten. "Was da passiert ist, ist unfassbar. Weil einige wenige so etwas Schlimmes getan haben, müssen sich jetzt alle rechtfertigen", sagt er.

Auch der 34-jährige Abdul Rahem Kabbani ist empört. "Wir müssen die Menschen und ihre Sitten respektieren", sagt der Syrer. Das Problem sei die Masse der Flüchtlinge. Wären es Tausend, wäre vielleicht einer davon kriminell, sagt er. Sind es aber Zehntausende, erhöht sich auch die Zahl derer, die Schlechtes im Sinn haben. Dass die 1000 Männer in Köln so außer Rand und Band waren, kann er sich nur so erklären: "In unserer Heimat dürfen wir keinen Alkohol trinken. Diese Männer aber waren sehr betrunken und enthemmt, weil sie Alkohol nicht gewohnt sind." Die sexuellen Übergriffe seien inakzeptabel und schockierend. Azad Khalil glaubt, dass die mutmaßlichen Täter sich schon in ihrer Heimat nicht an die Gesetze gehalten haben. "Genau vor dieser Gewalt und Aggression sind wir geflohen."

Youssef Chemao hat noch eine andere Vermutung: "Es gibt Flüchtlinge, die wissen, dass sie abgeschoben werden", erklärt er. Diese Menschen hätten in Deutschland nichts zu verlieren und benähmen sich dementsprechend, da sie ohnehin keine Zukunft hier haben.

(jeku)
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