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Düsseldorf
Frauen suchen für IS-Kämpfer Heiratswillige

Düsseldorf. Seit 2012 sind 202 Personen aus Nordrhein-Westfalen ausgereist, um an den dschihadistischen Kämpfen in Syrien und Irak teilzunehmen. Nach Angaben von Innenminister Ralf Jäger (SPD) handelt es sich um 154 Männer; die meisten von ihnen sind im Alter zwischen 21 und 30 Jahren. Von den 48 Frauen waren 22 zwischen 21 und 30 Jahre alt, 19 jünger als 21.

Die Frage des CDU-Politikers Peter Biesenbach, wie viele Frauen oder Mädchen nach ihrer Ausreise in die Kriegsgebiete dort geheiratet haben, lasse sich nicht beantworten, so Jäger. Festzustellen sei aber, dass sich die jungen Frauen in fast allen Fällen "gemäß dem salafistischen Rollenverständnis in Internetforen oder sozialen Netzwerken radikalisiert" hätten. Auf diesen Internetplattformen träten die Frauen bei der Heiratsvermittlung auf. Gesucht werden in der Regel Frauen, die bereit sind, einen IS-Kämpfer zu heiraten. Die Ehe werde nach islamischem Ritus und nach den Regeln der Scharia geschlossen, aber nicht standesamtlich erfasst, so Jäger. Dies liege daran, dass Salafisten staatliche Strukturen im Westen nicht anerkennen.

Laut Innenminister sind bis 2013 Frauen in der Regel nicht ohne einen männlichen Begleiter in ein Krisengebiet ausgereist. Inzwischen mehrten sich jedoch die Fälle, in denen alleinstehende junge Frauen auch unbegleitet nach Syrien oder in den Irak reisten. Allein in diesem Jahr haben die Sicherheitsbehörden in NRW acht Fälle registriert; im vergangenen Jahr waren es sechs.

Seit 2012 kehrten insgesamt 54 Personen aus den Kampfgebieten nach NRW zurück. "Wir haben sie alle im Blick", so eine Sprecherin des Innenministeriums.

(hüw)
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