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Serie: 1000 Kilometer NRW
Mit der Draisine fast bis Holland

Serie: 1000 Kilometer NRW: Mit der Draisine fast bis Holland
Durch die grüne niederrheinische Landschaft führt die Route von Kleve nach Kranenburg und zurück. Pro Strecke braucht man etwa 70 Minuten. FOTO: Evers, Gottfried
Kleve. Bei dieser Tour geht es nicht um die Geschwindigkeit. Auf der Draisine kann man durch die niederrheinische Landschaft dahingleiten. Am meisten Spaß macht es mit der Familie oder mit Freunden: Bis zu 14 Personen können mitfahren. Von Leslie Brook

Mehr noch als beim Fahrradfahren gilt bei dieser Tour die Devise: Der Weg ist das Ziel. Mit nur zehn bis 13 Stundenkilometern bewegen sich die Grenzland-Draisinen über stillgelegte Bahngleise. Auch wer kräftig in die Pedale tritt, wird kaum mehr Tempo erzeugen. Von der Idee, möglichst schnell zu fahren, sollte man sich also am besten noch vor dem Einsteigen verabschieden. Die zehn Kilometer zwischen Kleve und Kranenburg wollen genossen werden: Vom Startpunkt nahe dem Spoykanal geht es vorbei am Tiergarten und dem Kurpark, einer auf den Barock zurückgehenden Parklandschaft, dann durch "Die Düffel". Diese flache Wiesenlandschaft wird geprägt von knochigen Kopfweiden, Obstwiesen und Hecken.

Die "Ausgiebige" nennt sich die mit Hin- und Rückfahrt 20 Kilometer lange Tour zwischen der Stadt Kleve und der Gemeinde Kranenburg. Die Strecke, auf der früher Eisenbahnen verkehrten und die 2008 auf Initiative der Orte in der Grenzregion hin wiederbelebt wurde, ist immer nur in eine Richtung befahrbar. Los geht es deshalb zu festen Zeiten, um 11 oder 15 Uhr ab Kleve; um 9, 13 oder 17 Uhr ab Kranenburg.

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Maximal 14 Draisinen sind zeitgleich auf der Strecke unterwegs. Große Gruppen nutzen die Clubdraisine (für neun bis 14 Personen), kleinere die Familiendraisine (für vier Personen).  Auf der großen Draisine können bis zu vier Leute parallel radeln, auf den kleinen treten nur zwei. Die anderen können es sich auf den Bänken dahinter gemütlich machen. Für Kühlboxen und Körbe ist ausreichend Platz, sodass unterwegs bereits etwas gegessen und getrunken werden kann. Währenddessen wechselt die Landschaft zwischen Wäldern und Feldern ab, und es ergeben sich immer wieder schöne Blicke auf Kirchen und Häuser. An manchen Stellen stehen Kinder und winken den Draisinen zu. Auf diese Art kann man sich treiben lassen (wirklich anstrengend ist das Treten auf der ebenen Strecke zum Glück nicht).

Kurzzeitige Aufregung kommt nur in die Gruppe, wenn sich die Draisine einer Schranke nähert. Dann muss einer von dem Gefährt steigen, den Schlagbaum hochklappen und gut festhalten, während die anderen die Draisine wieder in Gang bringen, die Landstraße queren und den Kollegen wieder einsteigen lassen. Die Autos müssen solange warten. Mit jeder Schranke - acht davon gibt es - wird der Tross routinierter. Sieben Mal wiederholt sich das Schauspiel, an einer Stelle können alle entspannt sitzen bleiben, denn dort funktioniert die Schranke automatisch.

Die Grenzland-Draisine hat bereits rund 270.000 Gäste transportiert. Für Familienfeiern und Junggesellenabschiede ist sie sehr beliebt. Pro Erwachsenem kostet die Fahrt am Wochenende 14 Euro, unter der Woche sind es elf Euro. Kinder bis 14 Jahre zahlen sieben bzw. 5,50 Euro. Ab Kranenburg wird auch noch eine weitere, fünfeinhalb Kilometer lange Tour nach Groesbeek in den Niederlanden angeboten. Wichtig ist, rechtzeitig zu buchen.

Rund 70 Minuten braucht man für die Fahrt an Donsbrüggen und Nütterden vorbei bis zur Endhaltestelle in Kranenburg. In dem 775 Jahre alten Grenzstädtchen kann man picknicken, in die Stadt gehen, ein Eis zu essen oder im alten Bahnhof speisen. Eine Dreiviertelstunde hat man Zeit, bevor es wieder zurückgeht. Wer gerne länger in Kranenburg verweilen will - es gibt einiges zu besichtigen, wie etwa den Mühlenturm oder das Museum Kathrinenhof - kann nach Absprache auch zu einem späteren Zeitpunkt, etwa um 17 Uhr, zurückfahren.Obwohl es nochmal die selbe Strecke ist, wird die Fahrt nicht langweilig. Internet: grenzland-draisine.eu

Quelle: RP
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