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Düsseldorf
G9-Volksbegehren kann starten

Düsseldorf. Verein will die vollständige Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren. Von Detlev Hüwel

Der Verein "Mehr Zeit für Kindheit und Jugend" hat Landeswahlleiter Wolfgang Schellen im NRW-Innenministerium die nötigen 3000 Unterschriften zur Einleitung eines Volksbegehrens übergeben. Ziel ist die Abkehr vom "Turbo-Abi" und die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Gymnasialjahren. "Mit der Übergabe der Antragsunterschriften ist von unserer Seite alles erfüllt", sagte der Vorsitzende des Vereins, Marcus Hohenstein, unserer Redaktion. Er rechne damit, dass das Volksbegehren zu Beginn des nächsten Jahres starten kann. Für einen Erfolg müssen innerhalb eines Jahres 1,1 Millionen Unterschriften eingesammelt werden. "Das ist eine sehr hohe Hürde", so Hohenstein. Er hoffe aber, dass sie genommen wird. Die Zustimmung bei Eltern, Lehrern und Schülern sei eindeutig. Der frühere Zustand müsse wiederhergestellt werden. Das bedeute, dass Jugendliche eine Klasse überspringen könnten. Es sei ein schwerer Fehler gewesen, den Unterrichtsstoff von neun Jahren auf acht Jahre zu verteilen und zum Teil auf den Nachmittag zu verlegen. "Das war vom ersten Tag an sinnlos. Das hätte man sich sparen können."

Nachdem die Elterninitiative "G 9-jetzt" mobil gemacht hatte und im vorigen Jahr fast 100.000 Unterschriften gegen das Turbo-Abitur gesammelt worden waren, haben in diesem Jahr die Parteien Reformkonzepte vorgelegt. Sie laufen darauf hinaus, das Abitur nach acht oder neun Jahren zu ermöglichen. CDU und FDP wollen im Prinzip, dass die Schulen sich für einen Pfad entscheiden, während SPD und Grüne die Wahl den Schülern überlassen wollen, so dass eine Schule beide Zweige anbieten müsste.

Der CDU-Schulexperte Klaus Kaiser sagte, es sei klar, dass es nach der Landtagswahl am 14. Mai nächsten Jahres ein G 9-Abitur geben werde. Keine Landesregierung werde den Elternwillen ignorieren können. Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) dürfe daher nicht die Hände in den Schoß legen, sondern müsse schon jetzt die Grundlagen für die Öffnung zu G 9 legen. Die Union will die Ministerin diese Woche im Landtag ausdrücklich auffordern, "umgehend mit der Vorbereitung des Bildungsgangs G 9 zu beginnen".

Quelle: RP
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