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Bonn
Geständnis nach 26 Jahren - Lebenslang für Mord

Bonn. 26 Jahre nach dem Mord an einer Frau in Bonn hat das Bonner Schwurgericht gestern den Angeklagten zu lebenslanger Haft verurteilt. Der heute 52 Jahre alte Mann hatte den Mord Anfang des Jahres überraschend und aus freien Stücken gestanden. Im November 1991 hatte der damalige Germanistikstudent die Mutter einer zwölfjährigen Tochter in ihrem Haus überfallen, gefesselt und mit 74 Messerstichen getötet. Ohne sein Geständnis wäre der Fall vermutlich nie aufgeklärt worden.

Vor allem für den Ehemann der Ermordeten sei das Geständnis eine Befreiung gewesen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung. Denn der Mann habe bei den Angehörigen seiner getöteten Frau bis zum Schluss unter Verdacht gestanden, selbst der Täter gewesen zu sein. Dafür hatte die Kripo allerdings nie Anhaltspunkte und ihn auch nie im Fokus.

Der Verurteilte hatte nach eigenen Angaben seit seiner Pubertät unter Gewalt- und Tötungsfantasien gelitten. Laut Urteil hatte er sein Opfer bei einem Spaziergang durch das Küchenfenster gesehen, beobachtet und dann "spontan" beschlossen, diese Fantasien umzusetzen. Nachdem er die Frau zu Boden gebracht und mit Handschellen gefesselt hatte, habe sie um ihr Leben geschrien. Da habe der Angeklagte Panik bekommen und habe sie aus Angst vor Entdeckung getötet.

Eine besondere Schwere der Schuld sprach das Gericht trotz der grausamen Tat nicht aus. Unter anderem, weil er ohne Not das Geständnis abgelegt hat, das ihn für viele Jahre ins Gefängnis bringt, hieß es im Urteil. Zu dem Prozess war es gekommen, weil der Deutsche die Tat Anfang 2017 überraschend bei der Polizei eingeräumt hatte, nachdem er wegen Trunkenheit am Steuer erwischt worden war.

Der Angeklagte habe die "monströse Tat" gestanden, um das dunkle Kapitel abschließen zu können, sagte sein Verteidiger nach dem Urteil. Eines der Motive des Angeklagten für das Geständnis sei auch gewesen, den Angehörigen Linderung zu verschaffen. Er bereue die Tat zutiefst, hatte der Angeklagte in seinem persönlichen Schlusswort gesagt.

(dpa)
 
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